Energie: Kosten für Ökostrom seit 2008 um bis zu 70 Prozent gesunken

Energie: Kosten für Ökostrom seit 2008 um bis zu 70 Prozent gesunken

von Benjamin Reuter

Während die Politik im Wahlkampf über steigende Strompreise debattiert, werden Windkraft und Solarstrom immer billiger.

Kurz vor der Bundestagswahl wird wieder über die Förderung erneuerbarer Energien diskutiert - und über die Kosten von Strom aus Wind- und Solaranlagen. Dass die Preise für Ökostrom sinken, ist dabei nicht unbedingt neu (obwohl es manchmal in der Diskussion untergeht).

Manchmal lohnt aber ein Blick auf das große Ganze, um zu sehen, welche Fortschritte die erneuerbare Energieerzeugung in den vergangenen Jahren wirklich gemacht hat.

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Genau diese Perspektive hat gerade die US-Investmentbank Lazard eingenommen und sich die Kosten für Wind- und Solarenergie in den USA angeschaut.

Wo die Kosten derzeit stehen, das ist in dieser Grafik aus dem Report der Bank (hier als PDF) gut zu sehen:

Die Grafik zeigt: Große Solaranlagen liefern in den USA Strom für nicht einmal sieben US-Cent pro Kilowattstunde. Windfarmen haben schon die 5-Cent-Grenze unterschritten. Damit kostet die grüne Energie genauso viel wie Strom aus Kohle- oder Gaskraftwerken. Atomkraft schneidet schon sehr viel schlechter ab. Insgesamt seien die Kosten für grünen Strom in den USA damit seit 2008 um die Hälfte gesunken, stellen die Blogger von Cleantechnica fest.

Und die Entwicklung in Deutschland?

Am besten beantwortet man diese Frage, in dem man sich die Einspeisevergütung für die unterschiedlichen Technologien ansieht. Auch hier das Ergebnis: Der Preis für Strom aus großen Fotovoltaikanlagen auf Freiflächen ist seit 2008 von rund 35 Cent pro Kilowattstunde auf heute unter zehn Cent gefallen - eine Reduktion von rund 70 Prozent. Die gestrichelte Linie in der unteren Grafik zeigt, dass Sonnenstrom vom platten Land damit konkurrenzfähig zu Kohle und Atom ist, wenn externe Kosten wie Umweltschäden mit eingerechnet werden.

Für die Windkraft ergibt sich in Deutschland ein ganz ähnliches Bild, obwohl die Vergütung komplizierter geregelt ist. Denn Windmüller erhalten eine feste Grundvergütung und daneben auch noch - je nach Standort für eine bestimmte Zeit - eine zusätzliche Prämie. Aber auch hier ist die Entwicklung deutlich (siehe untere Grafik): Die Grundvergütung sank seit 2008 um knapp einen Cent ebenso wie die EEG-Anfangsvergütung.

Einfacher ausgedrückt: An guten Windstandorten in Deutschland, wie an den Küsten, lässt sich mittlerweile für rund sechs Cent die Kilowattstunde Strom produzieren. Eine Studie der Universität Stuttgart (hier als PDF) bezifferte die Kosten an solchen Standorten im Jahr 2008 noch auf rund 10 Cent pro Kilowatttsunde.

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