Energie-Report: Windkraft liefert in Deutschland erstmals den billigsten Strom

Energie-Report: Windkraft liefert in Deutschland erstmals den billigsten Strom

von Peter Vollmer

Windkraft ist in Deutschland mittlerweile die günstigste Energieart, so ein neuer Report. Auch Solar holt deutlich auf.

In Deutschland ist Windstrom erstmals die günstigste aller Stromarten. Das geht aus einer Analyse von Bloomberg New Energy Finance (BNEF) hervor.

Umso beeindruckender ist die Zahl, da Bloomberg Subventionen herausgerechnet hat. Enthalten sind weiterhin die Kosten für CO2-Kompensation. Damit liegt Wind an Land bei einem sogenannten geleveltem Preis von 80 US-Dollar pro Megawattstunde, Gas bei 118 Dollar und Kohle bei 106 Dollar.

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Um diesen Preis zu errechnen, hat BNEF bei der Untersuchung nicht nur die Erzeugungskosten beachtet, sondern auch Kosten für Finanzierung, Entwicklung, Betrieb und über 1000 weitere Kennziffern.

Im vergangenen Jahr war Wind nach diesen Kriterien erstmals überhaupt billigster Energieerzeuger in einem Land, und zwar Dänemark. Dieses Jahr zieht nicht nur Deutschland, sondern auch Großbritannien nach.

Während Wind- und Solarenergie weltweit günstiger werden, steigen vor allem die Kosten für Strom aus Kohle. Eine Tendenz, über die wir schon im vergangenen Jahr berichtet hatten - da mussten aber noch die negativen Kosten eingerechnet werden, etwa die schwer zu messenden Gesundheits- und Umweltbelastungen, damit Windkraft günstiger als Kohle war. Doch selbst das braucht es mittlerweile nicht mehr.

Solar- und Windkraft "wettbewerbsfähiger, als es vor Jahren möglich schien"Seb Henbest, BNEF-Chef für Europa, Afrika und den Nahen Osten sagt: „Unser Report zeigt, dass Wind- und Solarenergie weiterhin günstiger werden. Dabei helfen preiswertere Technologien, aber auch geringere Finanzierungskosten. Währenddessen wurden Kohle und Gas durch die geringere Auslastung teurer.“ In Europa kämen zudem steigende CO2-Preise nach der Zertifikatsmarktreform hinzu.

Ebenfalls interessant: Offshore-Wind schneidet bei der Untersuchung deutlich schlechter ab. Auch hier dürften die hohen Investitionskosten ursächlich sein, vielleicht rächen sich auch die geringen staatlichen Beihilfen der vergangenen Jahre etwa im Forschungsbereich. (Siehe Grafik links.)

Auf die Strompreise für Verbraucher dürften diese Entwicklungen allerdings keinen Einfluss haben. Denn einerseits entscheidet nicht die günstigste Produktionsart alleine den Preis, anderseits macht die Stromproduktion in Deutschland nur etwa ein Viertel des Strompreises aus - der Rest besteht aus Steuern, Abgaben und Netzentgelten.

Auch wenn es ein weltweiter Trend ist, dass die Erneuerbaren günstiger werden - BNEF-Analyst Luke Mills weist auf die sehr unterschiedlichen Märkte hin. Die auch noch durch Subventionen und Regulierungen von der Politik teils enorm beeinflusst werden. Doch egal, welche Energieform die jeweilige Regierung unterstütze: „Onshore-Wind und Solar sind mittlerweile deutlich wettbewerbsfähiger gegenüber den etablierten Technologien geworden, als es noch vor fünf oder zehn Jahren möglich schien.“

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