Energie: Sozialunternehmer wollen Solarsysteme nach Tansania bringen

Energie: Sozialunternehmer wollen Solarsysteme nach Tansania bringen

von Caspar Schlenk

Drei Viertel der Bevölkerung Tansanias ist von Elektrizität abgeschnitten. Ein Container mit Solarsystemen könnte das ändern.

Mit jedem Jahr wächst die Zahl der Energiegenossenschaften in Deutschland. Etwa 136.000 Menschen beteiligten sich 2013 bereits an der Energiewende, ein Jahr zuvor waren es noch 80.000. Sie investieren allesamt  Geld in Solaranlagen und Windräder in ihrer Umgebung. Genau dieses Prinzip will eine Gruppe von jungen Sozialunternehmern nun nach Tansania exportieren.

Für ihren Plan haben sie die SolarGrid Energiegenossenschaft gegründet. Denn der Bedarf an erneuerbarer Energie ist groß in Tansania:  Ungefähr drei Viertel der Bevölkerung ist bislang vom Strom abgeschnitten. Kleine Kerosinlampen sorgen für etwas Licht in ihren Hütten. Allerdings ist der Treibstoff teuer und giftige Gase können Lungenkrebs verursachen.

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Solar statt KerosinSeit Februar gibt es eine Initiative des lokalen Unternehmens SolarGrid Tanzania und eines deutschen Vereins, die den Menschen eine Alternative zu Kerosin bieten will. Gemeinsam haben sie einen kleinen Teil der Bevölkerung mit Solarsystemen versorgt. Sie ermöglichen den Menschen dafür einen Kleinkredit aufzunehmen, dessen Rückzahlung die monatlichen Kosten für das Kerosin nicht übersteigt. Die Nachfrage ist daraufhin stark gewachsen.

Zum Einsatz kommen Geräte wie die Bright Box 2, ein Solarsystem mit vier Lampen und zwei USB-Anschlüssen, das auch Handys und Radios  aufladen kann. Das Panel wird einfach auf dem Hüttendach angebracht. Knapp 50 Euro kostet das System.

Den steigenden Bedarf an Solarsystemen wollen die jungen Deutschen mit ihrer neu gegründete Energiegenossenschaft nun bedienen. Ruth Hütte, die zukünftige Vorsitzende der Genossenschaft, hat in diesem Jahr schon ein Verteilungsnetzwerk für die Solarsysteme in Tansania mit aufgebaut.

50.000 Euro müssen herMindestens 50.000 Euro wollen sie an Genossenschaftsanteilen einsammeln, um einen Container mit 678 Geräten nach Tansania zu schicken. Sie reichen die Geräte an ihre lokalen Partner weiter, die diese weiterverkaufen und beim Aufbau helfen. Läuft das Geschäft, profitiert auch die Genossenschaft.

Jeder Genossenschaftsanteil kostet minimal 100 Euro. Auf der Plattform crowdEner.gy (hier geht es zur Kampagne) haben die fünf Beteiligten schon über 13.000 Euro gesammelt, bis Ende August haben sie Zeit, um ihre Vision zu verwirklichen: sauberer und günstiger Solarstrom für Tansania. So können Schulkinder auch abends ihre Hausaufgaben machen.

Als Mitglied kann man außerdem Darlehen an die Genossenschaft vergeben. 500 Euro verzinsen sich beispielsweise während der drei Jahre Laufzeit mit drei Prozent, ab 1.000 Euro sind es vier Prozent. Es besteht auch die Möglichkeit, selbst in Tansania mitzuhelfen. Denn die Sozialunternehmer wollen Investment und Unterstützung verbinden.

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