Energie: Unternehmen erzeugt Biogas per Ultraschall

Energie: Unternehmen erzeugt Biogas per Ultraschall

von Wolfgang Kempkens

Ein Hamburger Unternehmen hat einen effizienteren Herstellungsweg für Biogas gefunden. Das könnte der kriselnden Branche helfen.

Die Novellierung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes im vergangenen Jahr hat die Biogas-Branche schwer gebeutelt. Die Vergütung für Strom aus Biogas-Anlagen wurde gekürzt. Manche Betreiber können ihre Anlagen kaum noch wirtschaftlich betreiben, klagt der Fachverband Biogas. Zudem gebe es keinen Anreiz mehr, neue zu bauen.

Einen Teil der Verluste können die Biostromer mit einem Biosonator kompensieren, verspricht das Hamburger Unternehmen Ultrawaves, eine Ausgründung der Technischen Universität Hamburg-Harburg. Das Gerät erzeugt Ultraschall mit einer Frequenz von 20.000 oder 35.000 Hertz.

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Trifft er auf Biomasse, wie sie in Biogas-Anlagen verwendet wird, ändert sich deren Konsistenz, sodass die Bakterien es leichter haben, sie zu vernaschen. Im Gegenzug produzieren sie ein brennbares Gas, das vor allem Methan enthält, also synthetisches Erdgas.

Beschallung zerstört PflanzenzellenBei der Behandlung der in Wasser schwimmenden Biomasse wechseln sich Schalldruck und -unterdruck 20.000 beziehungsweise 35.000 Mal pro Sekunde ab. In der Unterdruckphase bilden sich im Inneren der Biomasse winzige Bläschen, die mit Gas- oder Wasserdampf gefüllt sind. In einer späteren Druckphase implodieren sie, fallen also in sich zusammen.

Dabei treten lokal Drücke von bis zu 500 bar und Temperaturen von bis zu 5000 Grad Celsius auf. „So werden intensivste Scherkräfte im Medium ausgelöst und eine Aufspaltung der Biomasse erreicht“, so Georg Schätzl vom Ingenieurbüro EnCon21 in Bad Iburg, das auf Biogas-Anlagen spezialisiert ist und mit Ultrawaves kooperiert.

Die Beschallung, die übrigens fürs menschliche Ohr nicht wahrnehmbar ist, zerstört die Pflanzenzellen, sodass sich die Oberfläche vergrößert und die Mikroorganismen eine bessere Angriffsfläche haben. Dadurch steigt die Biogas-Ausbeute um mehr als zehn Prozent. Gleichzeitig lässt sich der Einsatz besonders teurer Biomasse, etwa Getreide, drastisch verringern.

Klärschlamm, der in Methan umgesetzt wirdZudem bleiben auch weniger Reststoffe übrig, die thermisch verwertet werden müssen, gegen Gebühr natürlich. „Wir können den Betreibern mit unserer großtechnischen Lösung klare Garantien für die Einspareffekte geben“, versichert Ultrawaves-Geschäftsführer Klaus Nickel.

Bisher verkaufte das Unternehmen mehr als 200 Anlagen. Auch Betreiber von Kläranlagen sind dabei. Sie behandeln damit den Klärschlamm, den die Bakterien anschließend effektiver in Methan umsetzen können. Ultrawaves präsentiert den Biosonator vom 10. bis 14. November auf der Fachmesse Agritechnica in Hannover.

 

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