Energieeinsparung: Smarte Heizung dank Wetterdaten aus der Cloud

Energieeinsparung: Smarte Heizung dank Wetterdaten aus der Cloud

Bild vergrößern

Morgens wird vor allem im Winter viel geheizt, wie hier in Leipzig. Doch wenn es im Laufe des Tages wärmer wird, reagieren viele Heizungen zu spät.

von Dirk Kunde

Ein elektronisches Bauteil ermöglicht Heizungen Zugriff auf Wetterdaten - und spart so 30 Prozent der Heizkosten.

Außentemperaturfühler sind bei Heizungsanlagen in Mehrfamilienhäusern bereits weit verbreitet. Doch insbesondere in den Frühjahrs- und Herbstmonaten schwanken die Temperaturen im Tagesverlauf stark. Während es in den Morgenstunden noch sehr kalt ist, springt der Heizkessel an und liefert die volle Leistung. Steigen draußen die Temperaturen zügig an, bekommt der Heizkessel das nur mit zeitlicher Verzögerung mit. In den Wohnräumen entsteht ein Wärmeüberschuss. In Mehrfamilienhäusern haben die Bewohner keine andere Möglichkeit, als über geöffnete Fenster die Temperatur in den Räumlichkeiten zu senken.

Der Fall gilt auch in umgekehrter Richtung. Dabei müssen die Temperaturen gar nicht extrem sinken. Starke Windböen und hohe Luftfeuchtigkeit lassen ein Gebäude schneller auskühlen. Der Temperaturfühler meldet hier keine Veränderung. Die Bewohner empfinden die Räume allerdings als zu kalt.

Anzeige

In beiden Fällen schafft die Clima Cloud Abhilfe. Sie ersetzt nicht den Temperaturfühler, sondern ergänzt ihn. Das elektronische Bauteil wird an der Zentralheizung montiert und bezieht über einen Online-Wetterdienst Vorhersagen zu Temperatur, Windstärke und -richtung, Wolkendichte, Wolkenhöhe, Luftfeuchtigkeit, Regenwahrscheinlichkeit und Niederschlagsmengen.

Dabei werden die Wetterdaten deutschlandweit auf einen Quadratkilometer genau für den angegebenen Standort der Heizung zur Verfügung gestellt. Ein Eingriff ins Heizsystem ist nur an der zentralen Steuerung notwendig. Bauliche Veränderungen in den Wohnräumen sind nicht notwendig.

Fast ein Drittel eingesparte Energie

In einem Praxistest des Herstellers Red Kilowatt aus dem niedersächsischen Vechta wurden in einem achtgeschossigen Wohngebäude mit 41 Wohnungen im Monat Mai eine Energieeinsparung von 30,66 Prozent erzielt. Das entspricht einer eingesparten CO2-Menge von 221 Kilogramm. Über einen webbasierten Zugang kann die Hausverwaltung die Heizungsanlage kontrollieren und sieht aktuelle Verbrauchswerte, egal ob die Anlage mit Gas oder Öl befeuert wird.

Durch die permanente Erfassung und Auswertung der Vorlauf- und Rücklauftemperaturen des Heizkessels werden Störungen frühzeitig erkannt. Ein Hausmeister oder Installateur kann per SMS informiert werden, wenn Störungen oder Ausfälle ein Eingreifen erforderlich machen.

Das System ist laut Hersteller vor allem für Gebäude ab einem Heizenergieverbrauch von über 100.000 kWh pro Jahr gedacht. Die Clima Cloud ist mit allen Bestandsheizungen mit Außentemperaturfühler kompatibel. An einer Lösung für Einfamilienhäuser werde gearbeitet, so Red Kilowatt. Für die Hausbewohner bedeutet die Clima Cloud einen Komfortgewinn, da Temperaturschwankungen in den Räumen geringer ausfallen.

Anzeige
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%