Energiekosten: 7 Grafiken zeigen, wie günstig Grünstrom schon ist

Energiekosten: 7 Grafiken zeigen, wie günstig Grünstrom schon ist

von Benjamin Reuter

Die Kosten für Strom aus erneuerbaren Quellen sinken. Welche Energieerzeugung wie viel kostet, zeigt ein aktueller Report.

Dass die Kosten für erneuerbare Energien rapide sinken, ist inzwischen eine Binsenweisheit. Überraschend ist dann aber doch, in welcher Geschwindigkeit Energie aus Windkraftanlagen, Solarparks, Erdwärme- und Wasserkraftwerken und Biomasseanlagen konkurrenzfähig zu den herkömmlichen Trägern des Stromnetzes werden.

Wie viel die einzelnen Energieträger im Jahr 2014 kosteten, hat nun die Internationale Erneuerbare Energien Agentur (Irena) mit Sitz im Golfstaat Abu Dhabi zusammengetragen (hier als PDF). Vergleicht man die Kosten mit denen aus neuen Kohle-, Atom- oder Gaskraftwerken wird klar, dass Erneuerbaren-Kraftwerke in vielen Fällen heute schon für die Betreiber eine lohnende Investition sind.

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Zum Beispiel sind in den USA Erneuerbare jetzt schon günstiger als neue Kohlekraftwerke, in den Golfstaaten können sie mit Gaskraftwerken mithalten und in Europa die neue Generation von Atomkraftwerken von den Kosten her unterbieten.

Das wirft einige Fragen auf, die Energieexperten und Unternehmen schleunigst angehen müssen, denn der Preissturz wird in Zukunft weitergehen:

Wie sieht ein Stromnetz aus, in dem das Zusammenspiel von Erneuerbaren und herkömmlichen Kraftwerken reibungslos funktioniert? Der Hintergrund hier: Die deutschen Netzbetreiber stöhnen seit Jahren, weil sie mit hohem finanziellen Aufwand den herkömmlichen Kraftwerkspark und das schwankende Angebot aus Wind- und Solarkraft in Einklang bringen müssen.

Die zweite Aufgabe wird sein, neue Marktstrukturen zu schaffen, die es erlauben, das Strom- und Energiesystem umweltfreundlich auszurichten und gleichzeitig eine sichere, bezahlbare Versorgung zu garantieren.

Dass die Zeit drängt, die Stromversorgung fit für die Erneuerbaren zu machen, zeigen die folgenden Grafiken zu den Kosten der einzelnen Energieträger im Jahr 2014. Als Faustregel kann gelten: Überall dort, wo die Kosten für erneuerbare Energien unter zehn Dollarcent pro Kilowattstunde gesunken sind, sind sie in den meisten Fällen konkurrenzfähig zu neuen Kraftwerken, die mit Kohle, Erdgas oder Uran betrieben werden.

1. Solarenergie

Die Grafik zeigt die Kosten pro Kilowattstunde Solarstrom aus großen Freiflächenanlagen in Dollar im Jahr 2014. Die Kosten für kleine Dachanlagen liegen meist darüber. Wie stark die Preise für Solaranlagen mit dem zunehmenden Ausbau in den vergangenen Jahren gesunken sind, zeigt die folgende Grafik (alle Grafiken zum Vergrößern anklicken):

2. Windkraft

Kosten pro Kilowattstunde für neue Windkraftanlagen an Land im Jahr 2014. Der schwarze Balken gibt die durchschnittlichen Kosten an.

3. Geothermie

Die Grafik stellt die Preisentwicklung für die Geothermie zwischen 2007 und 2020 dar. Projekte in Europa fehlen, dagegen liegen die Zentren für die Energiegewinnung aus Erdwärme in Afrika und Asien. Der rosa abgesetzte Balken beschreibt die Kosten für fossile Energieträger. Erdwärme, das zeigt sich, ist heute schon konkurrenzfähig.

4. Biomasse und Abfall

Die Grafik zeigt die Kosten für die Stromerzeugung aus unterschiedlichen Arten der Biomasse und Abfall (Quelle: Irena)

5. Wasserkraft

Kosten für eine Kilowattstunde Strom aus einem Wasserkraftwerk in unterschiedlichen Regionen der Erde. (Quelle: Irena)

6. Kostenentwicklung bis 2020

Die Grafik zeigt, wie sich die Kosten der einzelnen Energieträger bis zum Jahr 2025 entwickeln werden. Der hellgraue Balken beschreibt die Kosten konventioneller, fossiler Energieerzeugung. Bis auf Kraftwerke, die mittels Sonnenwärme und Dampf Strom erzeugen, sind 2025 alle erneuerbaren Energieträger konkurrenzfähig zu den existierenden Alternativen. (Quelle Irena)

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