Energiewende: Kleine Gaskraftwerke für die Stromreserve

Energiewende: Kleine Gaskraftwerke für die Stromreserve

von Wolfgang Kempkens

Andere schalten Gaskraftwerke ab, in Bayern baut man neue: Mini-Kraftwerke bringen hier die Energiewende voran.

Viele Stromversorger schalten große Gaskraftwerke ab, weil sie nicht mehr wirtschaftlich arbeiten. Die Stadtwerke Rosenheim gehen den umgekehrten Weg: Sie haben gerade eine neue Gas-Anlage in Betrieb genommen. Mit einer elektrischen Leistung von 9,5 Megawatt ist sie um Einiges kleiner. Deshalb fügt sie sich besser in die moderne Energieerzeugerlandschaft in Deutschland ein – und könnte wegweisend sein für die Kraftwerksreserven der Zukunft.

Der Jenbacher-Motor der Energiesparte von General Electric, der mit relativ umweltverträglichem Erdgas betrieben wird, erzeugt zusätzlich Wärme und speist sie ins Fernwärmenetz ein. Wenn der Motor auf Hochtouren läuft und neben dem Strom auch die gesamte Wärme genutzt wird, erreicht er einen Wirkungsgrad von rund 90 Prozent.

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Weltspitze beim WirkungsgradAllein der elektrische Wirkungsgrad liegt mit 48,7 Prozent in der Weltspitze. Gemeinsam mit der Müllverbrennungsanlage auf dem Gelände sowie drei weiteren Jenbacher-Motoren erzeugen die Stadtwerke dort 40 Prozent des Strombedarfs der Stadt – und 20 Prozent des Wärmebedarfs. Die gesamte Anlage leistet 36,1 Megawatt (elektrisch) und 43,8 Megawatt (thermisch).

Der größte Vorteil des Motors ist seine Flexibilität: Die Leistung des derzeit größten Jenbacher-Motors mit der Bezeichnung J 920 FleXtra, der im österreichischen Jenbach gebaut wird,  lässt sich in weniger als einer Minute an den aktuellen Strombedarf anpassen. Das ist nötig, wenn Wolken plötzlich die Sonne verdecken, sodass die Solarzellen auf den Dächern der Region auf einen Schlag erheblich weniger Strom liefern, oder wenn besonders viel Windstrom eingespeist wird.

Der Betrieb des Motors reduziert die Kohlendioxid-Emissionen um jährlich 7800 Tonnen, wenn der übliche Energiemix zugrunde gelegt wird, also die Mischung aus Kohle-, Erdgas- und Atomstrom sowie erneuerbaren Energien.

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