Energiewende: Kosten für Ausbau Erneuerbarer sinken drastisch

Energiewende: Kosten für Ausbau Erneuerbarer sinken drastisch

von Benjamin Reuter

2012 sanken die Investitionen in Erneuerbare um ein Drittel - obwohl so viele Anlagen ans Netz gingen, wie lange nicht.

Erst vor einigen Tagen hielt Kanzlerin Angela Merkel bei einem Verbandstreffen eine Rede, in der Sie bekräftigte, den Ausbau der Erneuerbaren Energien bremsen zu wollen - wegen fehlender Netze. Außerdem forderte sie, dass Bund und Länder  nach der Wahl rasch zu einer Einigung über eine große EEG-Reform kommen sollten - vor allem, um die Kosten der Energiewende zu senken.

Da war es wieder das Wort, das seit Monaten für Streit sorgt: Die Kosten für den Ausbau der Erneuerbaren. Umweltminister Peter Altmaier wollte sie deckeln und scheiterte grandios; einen richtigen Plan wie das zu bewerkstelligen ist, scheinen aber auch die anderen Parteien derzeit nicht zu haben. Umso spannender sind die Ergebnisse einer aktuellen Studie, die vorrechnet, wie sich die Kosten der Energiewende in den vergangenen Jahren entwickelt haben. Da zeigt sich nämlich: Die Kosten sinken schon dramatisch, einfach weil die eingesetzten Technologien billiger werden.

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Die betreffende Studie ist "Renewables Global Status Report 2013" (hier als PDF) betitelt und wird jedes Jahr von mehreren hundert Experten herausgegeben. Sie befasst sich mit dem Ausbau Erneuerbarer Energien weltweit. Hier das bei weitem wichtigste Ergebnis:

- Von 2011 auf 2012 stieg der Anteil erneuerbaren Stroms in Deutschland an der Gesamtproduktion um zehn Prozent. Die Investitionskosten dafür betrugen 19,8 Milliarden Dollar. Das war mehr als ein Drittel weniger als im Jahr 2011. Der Ausbau der Solarenergie machte davon 15 Milliarden Dollar aus.

- Der drastische Fall der Kosten ist deshalb interessant, weil nicht weniger Erneuerbare zugebaut wurden als in den vergangenen Jahren. Ganz im Gegenteil: Seit 2010 ist der Zubau von Fotovoltaikanlagen leicht gestiegen. Beim Zubau von Windanlagen war 2012 sogar ein Rekordjahr mit einer Steigerung der installierten Leistung gegenüber 2011 um beinahe 20 Prozent! Das zeigt: Selbst wenn die derzeitige Geschwindigkeit bei der Energiewende beibehalten wird, sinken die Kosten.

Außerdem spannend sind einige weitere Ergebnisse der Studie:

- In der EU speisen sich 70 Prozent der im Jahr 2012 neu errichten Energieanlagen aus erneuerbaren Quellen - vor allem aus Wind und Sonne.

- In Deutschland hatten die Erneuerbaren im Jahr 2012 einen Anteil von 22,9 Prozent an der Stromversorgung, 10,4 Prozent an der Wärmeversorgung und 12,6 Prozent am gesamten Endenergieverbrauch.

- Was die Gesamtinvestitionen in Erneuerbare angeht, belegt Deutschland den dritten Platz hinter China und den USA. Bei neugebauten Fotovoltaikanlagen führt dagegen Deutschland vor Italien und China.

- Deutschland hat pro Kopf den höchsten Anteil Erneuerbarer Energie weltweit.

- Im Jahr 2011 bezogen 4,3 Millionen Privatkunden in Deutschland Ökostrom.

- Der Süden holt auf: In 2012 wurden 112 Milliarden US-Dollar in Erneuerbare Energien in Entwicklungs- und Schwellenländern investiert, gegenüber 132 Milliarden US-Dollar in den Industrieländern. 2007 investierten die OECD Länder im Vergleich zu den Schwellen- und Entwicklungsländern noch zweieinhalb Mal so viel in erneuerbare Energien (ausgenommen große Wasserkraft).

 

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