Ex-Abbaugebiet Garzweiler: Windkraft statt Braunkohle

Ex-Abbaugebiet Garzweiler: Windkraft statt Braunkohle

von Angela Schmid

Jahrelang wurde an dem Standort Braunkohle abgebaut. Heute produziert man in Garzweiler saubere Energie.

Wo früher Braunkohle gefördert wurde, drehen heute Windkraftanlagen ihre Flügel. In den vergangenen zwei Jahren wurden 21 Windräder auf der ehemaligen Fläche des Tagebaus Garzweiler errichtet und nach und nach in Betrieb genommen. Der gesamte Windpark steht auf einer rekultivierten Fläche und verfügt über eine Leistung von rund 67 Megawatt.

Der Windpark ist ein Gemeinschaftsprojekt der Stadt Bedburg, die 49 Prozent daran hält, und dem Energiekonzern RWE, der es zu 51 Prozent unterstützt. Insgesamt haben die beiden Initiatoren rund 110 Millionen Euro in den Aufbau investiert. „Hier auf dem ehemaligen Tagebaugelände können wir sehen, wie Strukturwandel optimal funktioniert“, sagt NRW-Umweltminister Johannes Remmel.

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Für RWE ist der Standort ideal: Das Gelände liegt entfernt von Wohngebieten und ist damit von keiner Abstandsregelung beschränkt. Außerdem liegt es auf einer Anhöhe und bietet somit eine gute Windausbeute.

Keine Braunkohle seit 1988Die Windanlagen des Herstellers Senvion erreichen eine Höhe von 200 Metern und verfügen über eine installierte Leistung von jeweils 3,2 Megawatt. Der auf dem Königshovener Höhe erzeugte Strom kann jedes Jahr rechnerisch rund 58.000 Haushalte versorgen.

Tagebau spielt am ehemaligen Dorf Garzweiler, das dem Abbaugebiet seinen Namen gab, schon lange keine Rolle mehr. Bereits 1988 wurde der Abbau eingestellt, alles zugeschüttet und rekultiviert. Heute wird es von der Landwirtschaft genutzt und jetzt, einige Kilometer weiter östlich, auch mit Windenergie das Zeitalter der Stromerzeugung der umweltfreundlichen Art eingeläutet.

Weitere Nachhaltigkeitsprojekte geplantDie Initiative „KlimaExpo NRW“, die von der Landesregierung ins Leben gerufen wurde, zeichnete das Projekt auf dem Ex-Braunkohlegebiet bereits als „Vorreiter im Klimaschutz“ aus. „Der Windpark Königshovener Höhe überzeugt nicht nur durch seine beachtliche Leistung, sondern auch durch seine außergewöhnliche Partnerschaft und Investitionsbereitschaft“, erklärt dazu Wolfgang Jung, Geschäftsführer der „KlimaExpo NRW“. Mit der Initiative wollen die Regierenden in NRW ein Augenmerk auf erfolgreiche Projekte legen und so zusätzliche Engagement für den Klimaschutz initiieren.

Die Stadt Bedburg will nun noch weitere Nachhaltigkeitsinitiativen fördern. „Neben den großen Projekten in der Energiegewinnung konzentrieren wir uns mit Partnern wie RWE auf ökologische und ökonomische Projekte, die eine nachhaltige und sichere Energieversorgung in unserer Stadt gewährleisten“, so Bürgermeister Sascha Solbach. Dazu gehört für ihn auch die Klimaschutzsiedlung, die in Bedburg entstehen soll – eine Wohnsiedlung, die sich komplett aus regenerativen Quellen versorgt. Geschätzte Baukosten: zwölf Millionen Euro.

 

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