Fahrrad: Smartphone ersetzt den Schalthebel

Fahrrad: Smartphone ersetzt den Schalthebel

von Felix Ehrenfried

Was es beim Auto schon lange gibt, kommt jetzt auch für Fahrräder: die automatische Schaltung in den optimalen Gang.

Langsam wird es immer unpassender, sein Fahrrad als Drahtesel zu bezeichnen. Zunächst bauten findige Ingenieure einen Motor dem Fahrrad unter die Haube, sodass der Drahtesel langsam zum Drahtleopard wurde, mittlerweile verschmilzt auch das Smartphone langsam mit dem umweltfreundlichen und gesunden Fortbewegungsmittel.

Wo früher ein kleiner Tachometer prangte, der maximal Höchstgeschwindigkeit, Strecke und aktuelles Tempo anzeigen konnte, ist heute mit dem Smartphone des Deutschen liebstes Technikspielzeug befestigt und hält den Fahrer mit allerlei nützlicher und wenig nützlicher Information bei Laune.

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Die Entwickler der Unternehmensberatung Cambridge Consultants gehen sogar noch einen Schritt weiter. Sie verknüpfen das Smartphone mit dem Fahrrad, das Handy wird wie der Reifen oder das Pedal zu einer Komponente des Drahtesels. Die Ingenieure haben ein System entwickelt, das automatisch stets in den optimalen Gang während des Fahrradfahrens wechselt.

Das Prototyp-Bike ist mit Sensoren zur Messung der Trittfrequenz und der Raddrehzahl ausgestattet und sendet diese an das Smartphone. Das ist an der Lenkerstange befestigt, errechnet mit den Werten die optimale Gangwahl und gibt diese an eine elektronische Gangschaltung weiter.

Das Ganze funktioniert kabellos über Bluetooth. Dabei soll der Fahrer zweifach von dieser Technik profitieren. Zum einen ist es komfortabel und effizient stets eine angenehme Trittfrequenz fahren zu können. Außerdem soll vermieden werden, dass sich die Kette unnötig abnützt. Bei ungünstigen Kombinationen des vorderen und hinteren Schaltblatts kann es nämlich dazu kommen, dass die Kette derart schräg das Tretlager mit dem Hinterrad verbindet, dass sie sehr stark veschleißt und schnell ausgetauscht werden muss.

Das denkende Fahrrad ist nicht mehr weitDie Berechnung zur optimalen Trittfrequenz ist denkbar einfach. Das Smartphone misst ob die Trittfrequenz im Verhältnis zu der gefahrenen Geschwindigkeit zu hoch oder niedrig ist und gibt ein dementsprechendes Signal an das elektronische Schaltwerk der Marke Shimano.

Die Entwickler des Unternehmens Cambridge Consultans, eine Tochterfirma der Altran Group sieht ein hohes Entwicklungspotential in dem Konzept. So könnte es mit GPS ausgestattet werden und das Fahrrad vollends zum allwissenden High-Tech Trainingsgerät werden lassen. Auch schätzen die Berater, dass der Markt für diese Art von „verlinkten Geräten“  viel Entwicklungspotential hat. Bis 2020 könnten bis zu 50 Millionen Geräte abgesetzt werden.

Jedoch muss sich die Technik erst noch im Alltag beweisen. Dabei könnte auch der Preis eine entscheidende Rolle spielen. Dieser steht bisher noch nicht fest, jedoch liegen aktuelle elektrische Schaltungen im mehrstelligen Tausenderbereich. Damit ist die Schaltung via Smartphone vermutlich auch kein ganz günstiger Spaß. Ursprünglich wurde das System für Profiradsportler entwickelt, ob es auch den Weg an das private Hobbyfahrrad schafft wird sich zeigen.

Hier ein Video zu der neuen Schalttechnik:

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