Fliegendes Auto: Designer feiert Jungfernflug mit Aeromobil

Fliegendes Auto: Designer feiert Jungfernflug mit Aeromobil

von Jürgen Klöckner

Drei Prototypen, 20 Jahre Entwicklung - nun hob ein Slowake zum ersten Mal mit seinem Flugauto ab. Jetzt sucht er Investoren für die Serienproduktion.

Lange hat Stefan Klein auf diesen Moment gewartet. Der Slowake sitzt in seinem Aeromobil, einem Auto, das fliegen kann - wenn alles gut geht. Es ist etwas neblig, die Startbahn uneben, doch nach zwanzig Jahren Entwicklung und drei Prototypen ist sowas Nebensache.

Ein Knopfdruck genügt, und die Flügel mit 8,2 Metern Spannweite fahren aus. Am Heck startet ein Propeller, der das Fahrzeug langsam über die Startbahn eines kleinen Flughafens beschleunigt. Schon nach wenigen Metern hebt es ab - und fliegt davon. Nicht hoch, nicht weit, doch zum ersten Mal.

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Mit dem jetzt absolvierten Jungfernflug will Klein Investoren und Hersteller von seinem Projekt überzeugen. Das Nachfolgermodell seines Aeromobils soll dann in Serie gehen. Es könnte das erste fliegende Auto sein, das Erfolg hat. Denn ähnliche Projekte gibt es viele, bislang bleiben alle aber mehr oder weniger am Boden.

Wer wissen will, wie schwer eine solche Entwicklung ist, muss in die USA schauen. Dort versucht sich Paul Moller seit 50 Jahren daran. 2003 hob sein Skycar das erste und letzte Mal ab, per Fernsteuerung und an einem Kran gesichert. 100 Millionen US-Dollar stecken bereits in dem Projekt - und Investoren fürchten, dass sie ihr Geld niemals wiedersehen.

Das Unternehmen Terrafugia ist da schon etwas weiter. Vor drei Jahren erhielt es die Straßenzulassung für das als Transition getaufte Flugauto - verkauft wurde es allerdings noch nicht. Das mag auch am Preis liegen: 279.000 Dollar kostet das Modell - und damit mehr als jeder herkömmliche PKW. (hier ein Video des Demonstrationsflugs)

700 Kilometer Non-StopÜber das Aeromobil sind hingegen nur einige technische Details bekannt - wohlgemerkt des Prototypen, nicht des Serienmodells. Er wiegt nur 450 Kilogramm dank des ultraleichten Materials Karbon. Dafür müssen die maximal zwei Passagiere auf nahezu jeden Komfort verzichten, können allerdings auch auf Rädern mit einer Tankfüllung 500 Kilometer und in der Luft 700 Kilometer zurücklegen. 

Angetrieben wird es von einem 100 PS starken Benzinmotor, der hinter dem Cockpit liegt und entweder die Vorderräder oder den Propeller ansteuert. CO2 neutral ist das futuristische Fahrzeug also leider nicht. Am Boden soll man 160 Stundenkilometer schaffen und in der Luft 200 Stundenkilometer - auch dank des geringen Luftwiderstandes durch stromlinienförmiges Design. Am Boden sieht das Flugauto so wie eine metallische Libelle aus, in der Luft wie ein Konzeptflugzeug. Ob mit oder ohne Flügel: auffallen wird man im Aeromobil garantiert.

Als perfekte Kombination aus Technologie und Kunst bezeichnet Klein deswegen sein Flugauto. Er arbeitete als Designer für Volkswagen, Audi und BMW und weiß deswegen um die Bedeutung von funktionalem aber auch schönem Aussehen. Und das Fliegen liegt in seiner Familie: Wie auch er sind sein Großvater, Vater und Bruder Piloten.

Sehen Sie in diesem Video den Jungfernflug des Aeromobil.

 

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