Formel E: Eine Renn-Liga als Testlabor

Formel E: Eine Renn-Liga als Testlabor

von Angela Schmid

Mit der Formel E gibt es nun eine komplett elektrische Rennserie. Die lässt sich nicht nur gut vermarkten, sondern dient auch als Testumgebung.

So beliebt die Formel 1 ist - am Rande der Rennstrecken verschlägt es einem schon mal den Atem. Nicht nur wegen der gewagten Rennmanöver, sondern auch wegen der immensen Abgase. Die Formel E hat schon hier einen strategischen Vorteil.

Bei der elektrischen Renn-Liga geht es auch nicht um Pferdestärken oder brüllende Motoren. Es geht um die Erforschung und Entwicklung umweltfreundlicher und nachhaltiger Mobilitätskonzepte. Die erste rein elektrische Rennserie der Welt startete 2014. Zehn Teams mit insgesamt 20 Fahrern – viele davon ehemalige Formel-1-Piloten – treten in zahlreichen Weltstädten gegeneinander an. Als Austragungsorte für die Rennen dienen teils eigens entworfene Straßenkurse direkt in den Stadtzentren, um nah an den Zuschauern zu sein.

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Der veranstaltende Automobilweltverband FIA, der auch die Formel 1 organisiert, will mit der Serie einen anderen Weg als alle anderen Rennserien einschlagen und neue Zielgruppen ansprechen – vor allem Jugendliche. Und gleichzeitig schafft die Formel E ein attraktives Schaufenster, um Zuschauern die Entwicklung der Elektromobilität vorzuführen.

"Die Formel E hat sich in ihrer ersten Saison als eine spannende Plattform erwiesen. Nicht nur für die Zuschauer, sondern vor allem für die Automobilindustrie, denn es geht um den Austausch von Ideen und Innovationen", findet dementsprechend auch Alejandro Agag, der CEO der Formel E. Der illustre Spanier arbeitete bereits als Banker, saß im europäischen Parlament und leitet nun für die internationale Automobilorganisation FIA die Formel E.

Von der Rennstrecke auf die AutobahnDie Rennserie gilt als Innovationsquelle für Lösungen, die auch im alltäglichen Straßenverkehr gute Chancen auf Erfolg haben. Eine dieser Lösungen kommt vom britischen Unternehmen Aquafuel Research, das mobile Generatoren herstellt, die mit Glycerin statt Diesel laufen.

Dieser Treibstoff ist sauber - er verursacht keine Treibhausgase und nur sehr geringe Mengen an Partikel-und NOx-Emissionen. Experten erwarten, dass die Herstellung von Glycerin aus Salzwasseralgen in den nächsten drei bis fünf Jahren wirtschaftlich tragbar wird.

Fortschritte bei Ladesystemen für Elektrofahrzeuge erzielte das Unternehmen Qualcomm. So wurden die Rennwagen in der Debütsaison mit der drahtlosen Ladetechnologie Wireless Electric Vehicle Charging (WEVC) ausgestattet, bei der die Energie mittels magnetischer Induktion von einer im Boden installierten Platte auf eine unter dem Fahrzeug befestigten Platte übertragen wird.

Neuer Bericht bestätigt die EigenwerbungDas Potenzial, das die Formel E in Bezug auf Innovationen und nachhaltiger Mobilität birgt, soll jetzt mit dem "eStory Business-Programm" sichtbar gemacht werden. Das Kompendium "The eStory: Undertaking the Mobility Challenge" beschreibt, welche Lösungen sich eben nur mit der Formel E und der praktischen Anwendung von Elektromobilität finden lassen.

DHL - der Logistiker hat den Bericht erstellt -  ist überzeugt, dass die eStory vielen Ideen den Weg in die Massenmärkten ebnen kann: "Das Programm soll technologische Entwicklungen beschleunigen und dadurch die Aufmerksamkeit von bedeutenden Marktteilnehmern wecken [und] die Akzeptanz von Elektromobilität innerhalb der Bevölkerung erhöhen", erklärt Verfasserin Manoëlla Wilbaut.

Der Erfolg der Elektromobilität hänge von vielen Faktoren ab - es brauche "technologischen Fortschritt, das Vorhandensein der richtigen Infrastruktur und des richtigen Geschäftsmodells sowie Kommunikation", sagt Wilbaut. Das sehe sie im Konzept der Formel E, die Akteure von allen Seiten der Transportindustrie verbinde.

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