Fracking-Boom: USA fördern mehr als ein Zehntel des weltweiten Erdöls

Fracking-Boom: USA fördern mehr als ein Zehntel des weltweiten Erdöls

von Jan Willmroth

Wie aktuelle Zahlen zeigen, hat der Fracking-Boom hat die USA zu einem der weltgrößten Erdöl-Produzenten gemacht.

Die USA sind endgültig wieder zurück auf der Landkarte der größten Ölförderländer der Welt. Im vierten Quartal 2013 holten Rohstoffkonzerne im Schnitt mehr als 7,8 Millionen Fass Öl pro Tag aus dem Boden, wie die US-Energiebehörde Energy Information Administration (eia) bekanntgab. Damit kam mehr als ein Zehntel der weltweiten Rohölproduktion aus den Vereinigten Staaten. Nur Saudi Arabien und Russland fördern noch mehr Öl.

Den größten Anteil an dem Boom hat die steigende Produktion von sogenanntem Tight Oil. Das sind unkonventionelle Ölvorkommen in festen Gesteinsschichten – darunter auch Schieferöl, das per Fracking erschlossen und gefördert wird. Mit neuen Bohrtechniken und bei anhaltend hohen Rohstoffpreisen haben US-Förderunternehmen immer neue unkonventionelle Vorkommen erschlossen. Das Resultat: Mittlerweile sind 43 Prozent des US-Öls „tight“, also 3,2 Millionen Fass.

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Andere Länder stehen derweil schon in den Startlöchern: Australien und Großbritannien könnten die nächsten sein, die wirtschaftlich förderbares Tight Oil erschließen. Darüber hinaus unternehmen Konzerne gerade Testbohrungen in Mexiko, China und Argentinien, zumeist dort, wo sie schon konventionelle Lagerstätten anzapfen.

Auch ein Ende des nordamerikanischen Fracking-Booms ist vorerst nicht in Sicht, bis nach 2020 soll die Bonanza nach Expertenschätzungen noch anhalten.

Dann könnte schon der nächste Ölrausch folgen: Denn inzwischen machen sich Ingenieure schon daran, Kerogen zu fördern – eine geologische Vorstufe von Erdöl, aus der das schwarze Gold erst noch gewonnen werden müsste. Allein in Colorado am Fuß der Rocky Mountains und im benachbarten Bundesstaat Utah lagert noch doppelt so viel Öl, wie Saudi-Arabien heute noch übrig hat.

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