Frage der Woche: Für wen lohnt sich ein Stromspeicher für den Privatgebrauch?

Frage der Woche: Für wen lohnt sich ein Stromspeicher für den Privatgebrauch?

von Felix Ehrenfried

Immer mehr kleine Energiespeicher für Photovoltaikanlagen kommen auf den Markt. Doch für wen lohnen sie sich?

In unserer Rubrik „Frage der Woche“ gehen wir regelmäßig einer spannenden Frage nach. Heute geht es um die Frage, ob sich Energiespeicher für Photovoltaikanlagen im Privatgebrauch lohnen. Haben Sie auch eine Frage? Dann schreiben Sie uns an die Adresse green@wiwo.de.

Das Problem, dass Besitzer von Photovoltaikanlagen (PV-Anlagen) zunehmend beschäftigt, dürfte auch Freunden der Elektromobilität bekannt sein. Es geht um die Speicherung von Energie, möglichst kompakt, effizient und vor allem kostengünstig. Während es bei  Stromern darum geht, möglichst viel Energie für lange Fahrstrecken zu speichern, wollen Besitzer von PV-Anlagen möglichst unabhängig von Energieversogern sein und, im besten Falle, mit ihren Energiedepots Geld sparen.

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Denn zwei Trends in der Energiebranche deuten darauf hin, dass Stromspeicherung im Privatgebrauch bald sinnvoll sein könnte. Zum einen sinken alljährlich die Vergütungssätze, die Besitzer von PV-Anlagen erhalten, wenn sie ihren Strom in das öffentliche Netz einspeisen. Betrug diese sogenannte EEG (Erneuerbare-Energien-Gesetz)-Umlage 2004 noch knapp 60 Cent je Kilowattstunde Sonnenstrom, liegt die Vergütung aktuell bei rund 15 Cent, die man als PV-Anlagenbesitzer für eine Kilowattstunde Strom bekommt. Gleichzeitig steigen die Energiepreise. Aktuell liegen diese bei rund 28 Cent  pro Kilowattstunde.

Da liegt die Frage nahe: Wieso einspeisen, wenn Eigenverbrauch doch am Ende klüger ist? Statt den Strom ins öffentliche Netz einzuleiten und teuer wiedereinzukaufen, betreibe ich mit den Solarpanels lieber direkt meine Waschmaschine, mag sich mancher denken. Zumal die Kosten für die Produktion von Sonnenstrom aufgrund günstiger Panels stetig fallen.

Doch die Rechnung hat ein entscheidendes Problem: Am meisten Strom produziert die PV-Anlage tagsüber, wenn die Sonne scheint und niemand zuhause ist. Auch intelligente Hausgeräte, die sich mittags selbst einschalten heben den Eigenverbrauch an der PV-Anlage auf höchstens 30 Prozent. Der Rest fließt ins öffentliche Stromnetz und muss abends wieder teurer eingekauft werden.

Da können Speicherlösungen Abhilfe schaffen: Tagsüber laden sich die Akkus auf, nachts sorgen sie für grüne Energie, so die Idee. Viele Unternehmen der Solarbranche haben diesen Trend erkannt und locken PV-Freunde mit verschiedenen Angeboten zur Energiespeicherung. Eines haben sie jedoch alle gemeinsam: Sie kosten richtig viel Geld. Im Schnitt 2300 Euro je gespeicherter Kilowattstunde muss man bei solchen Systemen rechnen.

Lohnen sich die Speicher schon für den Privatgebrauch?Das haben Energieexperten der Bonner Marktforschungsunternehmens EuPD jetzt untersucht. Ihr Ergebnis: So schnell rentieren sich die Speicherlösungen nicht, wie das die Musterrechnungen auf den Seiten einiger Hersteller aufzeigen.  Diese rechnen mit Energiepreisen von rund einem Euro je Kilowattstunde im Jahre 2035. Die Bonner Experten sind da konservativer und nehmen rund die Hälfte an.

Ihre Berechnungen zeigen: Frühestens 2017 könnte es sich lohnen, seine bestehende PV-Anlage in eine eigene Batterie einspeisen zu lassen. Bis dahin müssten allerdings die Kosten für die Speicherung auf 700 Euro je Kilowattstunde gesunken sein. Das ist durchaus realistsch, meinen die Bonner und auch eine aktuelle Studie aus dem Automobilbereich bescheinigt Deutschland genug Kompetenz für günstige und leistungsfähige Akkus.

Wer sich allerdings über eine komplette Neuanschaffung einer PV-Anlage mit Speichermöglichkeit Gedanken macht, könnte damit schon nächstes Jahr lukrativer, als mit der klassischen Einspeisung fahren. Grund dafür ist eine Förderung der Bundesregierung, die die Speicher mit bis zu 660 Euro je Kilowattstunde unterstützt. Seit dem ersten Mai läuft das Programm, die Förderbank KfW stellt dafür bis zu 25 Millionen Euro zur Verfügung.

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