Gadgets: Kleinwindrad aus dem 3D-Drucker liefert Strom to go

Gadgets: Kleinwindrad aus dem 3D-Drucker liefert Strom to go

von Marius Hasenheit

Das polnische Startup Omni3D sammelt mit einer Crowdfunding-Kampagne Geld für ein neuartiges Windrad. Einen Prototypen gibt es schon.

Wer gern von unterwegs oder in der freien Natur fernab einer Steckdose arbeitet, kennt das Problem: analog geht es nicht mehr. Doch Smartphones und Laptops wollen vor allem Eines: regelmäßig Strom.

Immer mehr Unternehmen und Startups bieten genau dafür mobile Lösungen an. Seien es Brennstoffzellen für die Hosentasche, die Strom liefern, ein Display oder Akku mit integrierter Solarzelle oder ein Gerät, das aus der Bewegungsenergie beim Laufen Strom gewinnt.

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Dem polnischen Startup Omni3D scheinen all diese Lösungen wenig überzeugend. Sie meinen: Mit kleinen Windrädern, die in eine Sporttasche passen, lässt sich eine Stromversorgung fernab der Steckdosen besser gewährleisten. Mit einer Windturbine aus dem 3D-Drucker wollen der Gründer Konrad Sierzputowski und seine vier Mitstreiter bis zu 300 Watt Leistung zur Verfügung stellen. Vorbild für die Konstruktion sind vertikal drehende Windräder mit einem Darrieus-Rotor, die vereinzelt seit vielen Jahren im Einsatz sind, sich aber kommerziell nicht durchgesetzt haben.

Damit ließen sich immerhin mehrere Endgeräte, inklusive Laptop zum Beispiel während einer Campingreise aufladen. Auch für Haushalte in Entwicklungsländern, die dauerhaft vom Stromnetz abgeschnitten sind, soll die Entwicklung interessant sein.

Einige Prototypen haben die fünf Omni3D-Macher schon gebaut. Nun versuchen sie in einer Kampagne auf der Crowdfunding-Plattform Kickstarter genug Geld einzusammeln, um das Design zu vollenden und mit der Produktion der Turbinenbausätze zu beginnen. Ein Großteil der Turbine – und das ist auch das Besondere an dem Projekt – will Omni3D in einem 3D-Drucker fertigen, jedoch müssen nicht-druckbare, technische Einzelteile mitgeliefert werden (zum aktuellen Stand der Kampagne siehe Kasten links).

Was die Turbine außerdem von anderen Mikrowindanlagen unterscheidet, ist der konsequente Open-Source-Ansatz des Unternehmens: nicht nur stellt Sierzputowski die Baupläne kostenfrei zur Verfügung, auch die Käufer und interessierte Tüftler sind aufgefordert, die Turbine anzupassen oder weiterzuentwickeln.

Das Windrad soll in jeden Rucksack passen. Inwieweit die Turbine in Entwicklungsländern angenommen wird, wird sich zeigen. Eigentlich ist sie mit 370 Euro dafür zu teuer. Aber schon jetzt wird für jede Bürgschaft von 2.500 britischen Pfund auf Kickstarter ein Exemplar an ein Dorf in Afrika geschickt.

Auf Nachfrage von WiWo Green erklärte Kamil Dziadkiewicz, Techniker bei Omni3D: "Wir wissen noch nicht mit welcher Organisation oder welchem Projekt wir im Bereich Entwicklungshilfe kooperieren werden. Vielleicht werden wir auch einfach die Crowd abstimmen lassen."

Anbieten würde sich in diesem Fall eine Kooperation mit den ersten Maker-Spaces in Afrika, in denen Interessierte mit 3D-Druckern und anderen Werkzeugen experimentieren und Produkte herstellen können.

Dieses Video stellt das Projekt vor:



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