Autogas: Steuervorteil bleibt nun doch erhalten

Geplante Gesetzesänderung: Steuervorteil bei Autogas bleibt nun doch erhalten

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Ein Mechatroniker baut eine Autogasanlage ein.

Der Aufschrei um die Abschaffung des Steuervorteils für Autogas im kommenden Jahr war groß - nun rudert die Bundesregierung zurück. Zumindest bis 2022 soll das Privileg erhalten bleiben.

Die Fahrer von rund einer halben Million Fahrzeugen mit Autogas-Antrieb können doch noch weiter von Steuervorteilen profitieren. SPD und Union verständigten sich auf eine Verlängerung des Privilegs bis 2022, wie ein Änderungsantrag der Fraktionen zum Steuergesetz zeigt, der der Nachrichtenagentur Reuters am Mittwoch vorlag.

Allerdings wird die Begünstigung des vergleichsweise umweltfreundlichen Kraftstoffs jedes Jahr um 20 Prozent abgeschmolzen, so dass ab 2023 der reguläre Steuersatz gezahlt werden muss. Die Bundesregierung hatte eigentlich beschlossen, dass der Steuervorteil ab 2018 komplett entfällt. Dies soll nun am Donnerstag bei der entscheidenden Abstimmung im Bundestag anders entschieden werden.

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Der CDU-Experte Steffen Bilger sprach von einem richtigen Beschluss: "In Zeiten von Diskussionen um Feinstaub, Fahrzeug-Emissionen und Fahrverbote wäre es nicht richtig gewesen, einen vergleichsweise umweltfreundlichen alternativen Antrieb so abrupt zu verteuern."

Benzin, Gas, Diesel Mit welchem Sprit Autofahrer am meisten sparen

Autogas soll ab 2019 deutlich mehr kosten, Erdgas- und Stromautos werden weiter staatlich gefördert, für Benzin- und Dieselfahrer könnte es künftig teurer werden. Welcher Treibstoff für Autofahrer am günstigsten ist.

Benzin, Diesel, Autogas, Erdgas, Strom: Mit welchem Sprit fahren Autobesitzer am günstigsten?

Das Finanzministerium wollte eigentlich mit dem Wegfall der Vorteile wiederum Privilegien für kleine Industriekraftwerke sowie Solaranlagen im Energiesteuerrecht mitfinanzieren. Über fünf Jahre wären so rund eine Milliarde Euro zusammengekommen.

Entschieden war bereits, dass auch Erdgas beim Einsatz im Verkehr steuerbegünstigt bleibt. Dies soll bis 2026 weiter gelten, ab 2024 soll der Vorteil aber Stück für Stück abgeschmolzen werden. Das soll zur Verbesserung der CO2-Bilanz des Verkehrssektors beitragen. Bei der Verbrennung von Gas wird deutlich weniger CO2 freigesetzt als bei der von Benzin. Mit Erdgas fahren rund 100.000 Autos, das sind deutlich weniger als diejenigen mit Autogas.

Das Autogas genannte Flüssiggas ist derzeit auch wegen des Steuervorteils von rund 15 Cent billiger als Benzin. Aktuell kostet es zwischen 50 und 60 Cent, hat allerdings einen um bis zu 20 Prozent geringeren Brennwert. Zudem kostet die Ausrüstung der Fahrzeuge für Gas zwischen 2000 und 4000 Euro. Die Steuer ist so für den Kauf oft das entscheidende Argument.

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