Gondel-Fahrzeuge: "Next-Pods" schließen sich auf der Straße zusammen

Gondel-Fahrzeuge: "Next-Pods" schließen sich auf der Straße zusammen

von Sabrina Keßler

Der italienische Designer Tommaso Gecchelin will Autos durch Elektro-Module ersetzen, die sich beliebig verketten lassen.

Sie sehen aus wie übergroße Staukästen, sollen aber schon bald den Verkehr revolutionieren: die Next-Pods. Zu Schwärmen zusammengeschlossen, sollen die intelligenten Fahrzeuge Platzverschwender wie SUVs von den Straßen verdrängen und den Verkehr effizienter machen.

Der Hybrid zwischen Zug, Auto und Gondel verfügt außerdem über einen Elektro-Antrieb, kann also mit Ökostrom fahren. Und wenn es nach dem italienischen Industrie-Designer Tommaso Gecchelin geht, der das Konzept entwickelt hat, erobern die ersten Next-Pods schon in fünf Jahren die Straßen.

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Erweiterbares RaumwunderZusammen mit einem Team aus dem Silicon Valley arbeitet der Gründer der Firma Next Future Transportation derzeit an Modulen, die bis zu zehn Personen transportieren könnten. Mit ihrer Länge von 2,7 Metern sparen sie ohnehin Platz, da sie sich aber auch koppeln lassen, sind sie insbesondere für Städte geeignet.

Die Nutzung der Next-Pods erinnert dabei stark an das Prinzip der Mitfahrgelegenheiten. Wer ein Transportmittel braucht, soll sich den Next-Pod bequem per App an seinen Standort rufen können. Das System schickt dann ein Fahrzeug vorbei, dessen Insassen das gleiche Ziel haben. Anders als bei Bussen oder Bahnen, seien die Routen allerdings nicht nach Fahrplan festgelegt, sondern vollkommen variabel - auf Gecchelins System kommt also ein großer Rechenaufwand zu.

Zu Fahrzeugketten schließen sich die einzelnen Pods allerdings erst auf der Fahrbahn selbst zusammen. Das Koppeln der einzelnen Pods spare laut Gecchelin wertvolle Energie und gestalte den Verkehr für andere Teilnehmer übersichtlicher. Der Clou: Statt isoliert weiterzufahren, öffnen sich sowohl die Front- als auch die Hecktüren, sodass die Insassen wie in Bussen und Bahnen innerhalb der Fahrzeuge herumlaufen können. Trennen sich die einzelnen Module wieder, um andere Routen einzuschlagen, zeigt die App den Passagieren vorab an, welcher Pod für ihr Fahrtziel nun das richtige ist.

Mehr als nur ein FortbewegungsmittelInteressant sind die Next-Pods allerdings nicht nur für Privatpersonen, sondern auch für Firmen und Dienstleister. Auf dem morgendlichen Weg zur Arbeit könnte sich so zum Beispiel ein Café-Pod an einen Gondelverbund anschließen und den müden Passagieren Kaffee anbieten. Ebenso könnten Postbote Pakete zustellen, sofern der Adressat seinen Standort mitteilt und damit signalisiert, in welchem Modul er sich gerade befindet.

Obwohl das Konzept derzeit noch an Science-Fiction erinnert, zeigt es auf beeindruckende Weise, welche Formen autonomes Fahren in Zukunft annehmen könnte und wie wir effizient und ohne Stau mobil bleiben. Erfinder Gecchelin jedenfalls ist überzeugt von seiner Idee: Für die Einführung seiner Next-Pods bastelt er derzeit an Version 3.0.

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