Grünstrom für Afrika: Schwarm-Anleger investieren in mobile Solarkraftwerke

Grünstrom für Afrika: Schwarm-Anleger investieren in mobile Solarkraftwerke

von Anna Gauto

In nur 90 Stunden haben Klein-Anleger ein Solarkraftwerk in Mali finanziert. Es verspricht gute Renditen.

Ein paar Deutsche bauen in Afrika einen Brunnen und fahren dann zufrieden nach Hause. Auf so eine Form von Entwicklungshilfe hat Torsten Schreiber, der Mitgründer der Crowdinvesting-Plattform bettervest, keine Lust.

Gemeinsam mit seinem Team und vielen Kleininvestoren will er nicht nur CO2-Emissionen deutlich reduzieren, sondern echte Entwicklung anstoßen.

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Schon im vergangenen Jahr hat Schreiber daher ein Projekt aufgelegt, bei dem Anleger mit ihrem Investment den Energieverbrauch eines Luxushotels in der Elfenbeinküste reduzieren können (wir berichteten). Im Sommer soll die Finanzierungsrunde starten.

Schluss mit schmutzigem DieselNun will bettervest mit Hilfe mobiler Solarkraftwerke, die das Startup zusammen mit dem Unternehmen Multicon Solar in Duisburg baut, die Energiewende auch flächendeckend nach Afrika bringen. Die Finanzierung haben sie durch Crowdinvesting - den Einsatz vieler Anleger - bereits gestemmt.

Denn Schreiber möchte die zentrale Energiequelle, Diesel, lieber heute als morgen vom Kontinent fegen.

Dafür wurde die Gesellschaft Mobile Solarkraftwerke Afrika gegründet. Sie soll Afrikas erster mobiler Energieversorger werden. Beginnen will bettervest mit dem Dorf Mourdiah, der Heimat von Malis Ex-Präsidenten Dioncounda Traoré.

Dort wollen sie einen mobilen Solarcontainer installieren, der nicht nur den CO2-Ausstoß des Dorfes um 41 Tonnen im Jahr mindern soll. Sie wollen auch bis zu 1000 Menschen zuverlässig mit Ökostrom versorgen – für Schreiber der erste Schritt, damit Menschen vor Ort eigene Geschäfte aufbauen können.

Außerdem müssen die Dorfbewohner künftig nicht mehr ein Drittel der dort produzierten Milch wegschütten, weil ihnen Strom zum Kühlen fehlt.

Ausreichend Geld für die Mietkosten sei in Mourdiah laut Schreiber vorhanden. Was fehle, sei die Infrastruktur zur Stromproduktion- und speicherung. Stromnetze mit einfachen Leitungen preist bettervest mit ein. Nach Mourdiah will bettervest weitere Orte mit Grünstrom versorgen.

Ob ein Dorf die finanziellen Mittel aufbringen und die Miete regelmäßig zahlen kann, überprüfen die bettervest-Partner von Africa GreenTec SA in Mali, ein JointVenture zwischen afrikanischen Unternehmern und Ingenieuren. Das soll das Ausfallrisiko der Investoren niedrig halten.

Hier ein Video-Interview mit dem Vorstand von Africa GreenTec Lamine Diallo

Sollten die Raten trotz genauer Prüfung ausbleiben, kann bettervest das Mobilkraftwerk abziehen. In nur einer halben Stunde ist es aufgebaut und funktionsfähig - in der selben Zeit kann man es aber auch wieder abbauen.

Diese Option sei nötig, damit ein Dorf die Solarmiete zuverlässig zahle, sagt Schreiber, der häufig in Westafrika unterwegs ist.

Die Finanzierung für den Solarcontainer in Mourdiah war in Windeseile erreicht. Wer selbst gern in die dezentrale Stromversorgung afrikanischer Dörfer investieren möchte, kann das auch künftig tun. Die Mobile Solarkraftwerke Afrika möchte 100 weitere "Strom-Oasen" zum Leuchten bringen.

Hier ein Video der mobilen Solaranlage:

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