Grundwasserschutz: Kommunale Unternehmen begrüßen Fracking-Gesetz

Grundwasserschutz: Kommunale Unternehmen begrüßen Fracking-Gesetz

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Viele Deutsche lehnen die Gasförderung durch Fracking ab.

von Angela Schmid

In Deutschland können künftig die Länder über Fracking-Zulassungen entscheiden. Dass die Technologie hierzulande ihren Durchbruch feiern kann, wird damit immer unwahrscheinlicher.

Der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) ist über die Einigung der Fraktionsspitzen von CDU und SPD erleichtert. Probebohrungen für Fracking soll es nur mit Zustimmung der Landesregierungen geben. Das sogenannte unkonventionelle Fracking wird unbefristet verboten. Außerdem wird nicht mehr wie bisher nur das Bergrecht, sondern auch das Wasserrecht bestimmen, wo Erdgas gefördert wird.

Nach dem Entwurf ist Fracking überall dort verboten, wo es ums Trinkwasser geht. Für den VKU eine Erleichterung. Immer wieder hatte der Verband auf die Gefahren von Fracking für das Trinkwasser hingewiesen und die Bundesregierung zur Korrektur aufgefordert.

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Beim unkonventionellen Fracking, wie es in den USA im großen Stil praktiziert wird, wird ein Gemisch aus Wasser, Sand und Chemikalien unter hohem Druck in Ton- oder Schiefergestein gepresst, das relativ nahe an der Oberfläche liegt. Die Schichten werden aufgebrochen, um Gasreserven frei zu setzen. Der Rückfluss des Gemisches muss entsorgt werden, was aus Umweltschutzgründen bedenklich ist.

Welche Chemikalien verwendet werden, ist ein gut gehütetes Geheimnis der Unternehmen. Gegner befürchten vor allem, dass dadurch das Grundwasser belastet wird und es zu Erdbeben kommen kann.

Mit dem Kompromiss ist die Gefährdung von Trinkwasser aus ihrer Sicht des VKU vom Tisch. "Das angekündigte Gesetzespaket schützt die Trinkwasserressourcen vor den möglichen Risiken der unkonventionellen Gasförderung mittels Fracking. Auch Probebohrungen dürfen nicht in Trinkwasser-Schutzgebieten wie auch von -Einzugsgebieten durchgeführt werden. Und sie dürfen auch nur dann durchgeführt werden, wenn die Bundesländer zustimmen", so ein Sprecher.

Fracking-Gesetz von der langen Bank

Niedersächsische Unternehmen hatten die Regierung unter Druck gesetzt, da sie entgegen inoffizieller Absprachen Fracking-Anträge stellen wollten. Schon seit mehr als einem Jahr hat die große Koalition das Thema vor sich hergeschoben. Gerade in Niedersachsen hat konventionelles Fracking eine lange Tradition. Dabei wird das Gestein meist in Sandstein in größeren Tiefen aufgebrochen.

Aus Sicht der Piratenfraktion in Schleswig-Holstein ist die Einigung SPD und CDU allerdings Blendwerk: "Das geplante Gesetz bedroht weiterhin unser Grundwasser, unsere Gesundheit und wegen der Erdbebengefahr von Fracking auch unser Eigentum", so der Abgeordnete Patrick Breyer. "Die Ausnahmen für zum Beispiel Wasserschutzgebiete schützen uns nicht, weil das Grundwasser an den Grenzen von Schutzgebieten keinen Halt macht. Auch das Verbot toxischer Frack-Substanzen ist Augenwischerei, weil bereits die im Boden vorhandene und mitgeförderte Flüssigkeit giftig und krebserregend ist."

Schleswig-Holstein wird vermutlich eines der ersten Bundesländer sein, das Fracking ausschließt, wenn sie tatsächlich die Wahl haben. Der Norddeutsche Umweltminister Robert Habeck (Die Grünen) setzt sich für ein bundesweites Verbot dieser Fördermethode ein. Um es Unternehmen möglichst schwer zu machen, wurde bereits im vergangenen Jahr der Öl- und Gasförderzins von 21 auf 40 Prozent erhöht, was einige Unternehmen bereits zum Ausstieg bewog. Diesen Zins bekommen die Länder für die Erteilung von Förderrechten.

Zur Fracking-Situation in Deutschland haben wir vor einigen Tagen bereits den Experten Werner Zittel befragt. Auch er sieht im Fracking zumindest hierzulande keine Zukunftstechnologie.

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