Günstiger Solarstrom-Speicher: Die Eigenverbrauchsrevolution beginnt

Günstiger Solarstrom-Speicher: Die Eigenverbrauchsrevolution beginnt

von Wolfgang Kempkens

Ein neuer Akku soll so günstig sein, dass sich Hausbesitzer weitgehend vom Stromnetz abkoppeln können.

Schon lange ist Solarstrom vom Dach sehr viel günstiger als Elektrizität aus dem Netz. Hausbesitzer, die Strom selbst verbrauchen, können mit der eigenen Anlage sehr viel Geld sparen. Bisher aber lässt sich die Erzeugung des Stroms nur schlecht mit dem Verbrauch abstimmen. Helfen können große Solarstrom-Speicher, die Elektrizität zwischenlagern.

Die waren aber bisher zu teuer. Aber das ändert sich jetzt.

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Akkustrom schlägt NetzstromDas Startup Sonnenbatterie aus dem Ostallgäu hat nun eine Batterie vorgestellt, die besonders langlebig sein soll – und damit die Kosten für zwischengespeicherten Strom deutlich senkt.

Bisher überstanden die Sonnenbatterien 5000 Ladezyklen, und der entnommene zwischengelagerte Solarstrom kostete rund 30 Cent pro Kilowattstunde.

Die neueste Generation der Akkus schafft laut dem Unternehmen 10.000 Zyklen; die Kosten sinken damit auf 17 bis 24 Cent pro Kilowattstunde. Damit ist der Solarstrom vom Dach auch nach einem Umweg über die Sonnenbatterie billiger als der aus dem Netz, der selten noch unter 28 Cent pro Kilowattstunde zu haben ist.

Stromautarkie wird so zum Geschäft für Privatleute, zumal der Hersteller zehn Jahre Garantie gewährt, und zwar unabhängig von der Zahl der erreichten Ladezyklen. Die Lithium-Ionen-Akkus sollen 20 Jahre lang halten.

Software verlängert Akku-Leben„Diese Weiterentwicklung kostet die Kunden keinen Cent mehr, da der Preis pro Kilowattstunde Nutzkapazität unverändert bleibt“, sagt Sonnenbatterie-Geschäftsführer Christoph Ostermann. Womit er meint, dass der Akku der neuen Generation genauso viel kostet wie der bisher angebotene.

Die Verdoppelung der Ladezyklen liege vor allem am Energiemanagement, heißt es. Eine Software sorgt für schonendes Laden und Entladen der Batterie, die im Wesentlichen vom japanischen Hersteller Sony kommt.

Die kleinste Sonnenbatterie hat eine Kapazität von vier Kilowattstunden, das ist knapp die Hälfte des Tagesverbrauchs einer Durchschnittsfamilie. Die nächst größeren Akkus speichern jeweils zwei Kilowattstunden mehr. Ein modular aufgebautes System aus mehreren Akkus schafft maximal 16 Kilowattstunden.

Künftig wird sich die Lade- und Entladefrequenz deutlich erhöhen, glauben die Energieexperten aus dem Allgäu. Sonnenbatterie und andere Anbieter wie der Leipziger Stromspeicherspezialist Deutsche Energieversorgung bieten die Möglichkeit, die private Batterie in ein virtuelles Kraftwerk einzubinden, also viele Akkus zu vernetzen.

Kluger Verbrauch trotz Akku nötigSie tauschen dann zum Beispiel untereinander Strom aus, etwa wenn ein Teilnehmer nacheinander gleich drei Waschgänge laufen lassen muss oder sein Elektroauto geladen wird. Und sie tauschen sich mit dem öffentlichen Netz aus, indem sie im günstigsten Fall gut bezahlten Strom einspeisen oder abnehmen, wenn das Netz schwächelt oder überbeansprucht wird (sogenannte Regelenergie).

Ganz ohne Eigeninitiative lässt sich die optimale Stromnutzung allerdings nicht erreichen. Wer möglichst wenig Energie aus dem Netz beziehen will, der muss selbst dafür sorgen, dass Großverbraucher wie Waschmaschine oder Trockner bevorzugt dann laufen, wenn die Sonne genügend Strom liefert.

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