Heizkosten-Studie: Monatliche Abrechnung motiviert zum Sparen

Heizkosten-Studie: Monatliche Abrechnung motiviert zum Sparen

von Eva Mühle

Eine monatliche Heizkostenabrechnung könnte laut einer Studie den Energieverbrauch deutlich senken.

Einmal im Jahr bekommen Mieter ihre Heizkostenabrechnung und können so sehen, wie hoch ihr Energieverbrauch ist. Laut EU-Kommission veranlasst diese individuelle Information den Verbraucher, bewusster zu heizen und Energie zu sparen.

Werden Mieter jedoch regelmäßiger, zum Beispiel monatlich per Post oder App, über ihren Wärmeverbrauch informiert, steigt das wirtschaftliche Einsparpotenzial deutlich an. Zu dem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie des Beratungsunternehmens Ecofys im Auftrag der Energiedienstleisters ista Deutschland.

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Demnach ließen sich durch sogenannte unterjährige Verbraucherinformationen 77 Petajoule (10^15 Joule) Energie im Zeitraum von 2017 bis 2020 einsparen. „Das entspricht dem Heizenergieverbrauch einer Millionenstadt wie Hamburg pro Jahr", sagt Studienleiter und Ecofys-Geschäftsführer Carsten Petersdorff: "Dabei kann das Potenzial relativ kurzfristig erschlossen werden, wenn man die unterjährige Verbraucherinformation an die vorhandene Infrastruktur zur jährlichen Heizkostenabrechnung koppelt."

Gemeint sind spezielle Messgeräte an Heizungen, wie ista sie vertreibt. Per Funk übermitteln die Zähler Daten an den Essener Dienstleister. 50 Prozent der deutschen Mehrfamilienhäuser sollen bereits mit funkgesteuerten Messgeräten ausgestattet sein.

Energieeinsparung von fünf Prozent möglichIn der Studie wurde anhand der realen Verbrauchsdaten in 2014 von unterschiedlichen Referenzgebäuden - Mehrfamilienhäuser von Altbau bis Neubau -  die Kosten und Einsparungen durch regelmäßigere Benachrichtigungen über die individuellen Heizkosten ausgerechnet. In einem zweiten Schritt wurden diese Ergebnisse auf den deutschen Gebäudestand hochgerechnet, um eine Prognose für die Zukunft geben zu können.

Für 87 Prozent aller Mehrfamilienhäuser in Deutschland lohne sich wirtschaftlich ein regelmäßiges Update, schreiben die Autoren der Studie. Dabei hat Ecofys eine Energieeinsparung von fünf Prozent durch die unterjährige Verbrauchsinformation sowie 30 Euro als jährliche Zusatzkosten für das neue Informationsangebot unterstellt. Als Berechnungsgrundlage dienten mehrere Feldstudien, wie das Pilotprojekt "Bewusst heizen, Kosten sparen" der Deutschen Energie-Agentur (dena) zusammen mit ista, das noch bis 2016 läuft.

190 Miethaushalte in München, Essen und Berlin nehmen an dem Projekt teil. Sie werden unter anderem monatlich über ihren Energieverbrauch informiert. Gegenüber einer Kontrollgruppe, die nur einmal im Jahr eine Abrechnung bekommt, sparen sie laut ista im Schnitt 12 Prozent Heizenergie ein – allein aufgrund eines veränderten Nutzerverhaltens.

Inwiefern die Werte der Feldstudie repräsentativ für deutsche Verbraucher insgesamt sind, ist noch nicht unbedingt klar. Unternehmen wie ista spielen die Ergebnisse zur unterjährigen Verbraucherinformation in die Karten: Sie sind ein starkes Argument dafür, das Angebot von Energiedienstleistern auch zu nutzen.

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