Hilfe für die Autobatterie: Saarbrücker Unternehmer will Bleiakkus wiederbeleben

Hilfe für die Autobatterie: Saarbrücker Unternehmer will Bleiakkus wiederbeleben

von Wolfgang Kempkens

Bleiakkus geben teils schon nach wenigen Jahren ihren Geist auf. Ein sogenannter Batteriepulser könnte das ändern.

Bleiakkus sind oft schon nach fünf Jahren zu schwach, um den Anlasser eines Autos mit Strom zu versorgen. Das Problem: Mit der Zeit bildet sich Bleisulfat auf den Bleiplatten, vor allem, wenn die Batterien zu stark entladen und nicht regelmäßig aufgeladen werden. Dadurch wird der Stromfluss gehemmt. Wenn die Schicht eine bestimmte Dichte erreicht hat, gibt die Batterie den Geist auf.

Klaus Krüger hat für dieses Problem eine Lösung entwickelt, eine Art Nierensteinzertrümmerer für Bleiakkus: Statt auf mechanisch erzeugte Stoßwellen, die Nierensteine zerbröseln, setzt er auf hochfrequente elektromagnetische Impulse. Der Gründer von Novitec, einem Saarbrücker Unternehmen für intelligente Technik, hat dafür ein Gerät namens Megapulse entwickelt. Das Produkt wird mit den Polen der Batterie verbunden und soll die störenden Schichten auflösen.

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Wissenschaftlich überprüftDer sogenannte Batteriepulser kostet in der Zwölf-Volt-Version, die für Pkw-Batterien geeignet ist, rund 80 Euro und damit weniger als die meisten neuen Batterien. Die 24-Volt-Version gibt es für 196 Euro, die für 48-Volt-Akkus für 232 Euro. Da sich die Lebensdauer der Akkus durch den Einsatz des Megapulse oft verdoppelt, kann sich die Investition also lohnen.

Die Wissenschaft bescheinigt dem Gerät jedenfalls Wirksamkeit: Schon im Jahr 2001 hat Krüger den Megapulse vom Institut für Industrielle Elektronik und Materialwissenschaften an der Technischen Universität Wien prüfen lassen. Die Forscher untersuchten 80 Batterien, die zum Recycling vorgesehen waren. Ein Teil davon wies mittlere Schäden auf, ein anderer schwere. Die Wissenschaftler ermittelten rund 10.000 Messdaten, traktierten die Batterien 15 Tage lang mit elektromagnetischen Impulsen. Dann lud das Forscherteam sie wieder auf.

Das Ergebnis: Die Wissenschaftler stellten „bei beiden Testgruppen eine signifikante Verbesserung der elektrischen und chemischen Parameter der Akkumulatoren fest“, wie es im Abschlussbericht heißt. Danach waren 97 Prozent der mittelschwer geschädigten Batterien wieder uneingeschränkt einsatzfähig. Bei den schwer geschädigten waren es 57 Prozent.

Der Megapulse, wie er heute eingesetzt wird, lässt eine vorzeitige Schädigung allerdings gar nicht zu. Er wird dauerhaft zwischen die Pole der Batterie geklemmt und sorgt ständig dafür, dass die so genannte Sulfation, also die Bildung einer Sulfatschicht auf den Bleiplatten, verhindert wird.

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