Historisches Wettrennen: Elektroflieger überqueren den Ärmelkanal

Historisches Wettrennen: Elektroflieger überqueren den Ärmelkanal

von Felix Ehrenfried

Ärmelkanalüberquerung 2.0: Ein Jahrhundert nach dem ersten Überflug messen sich nun zwei Elektroflieger.

Es ist mehr als 100 Jahre her, als die britische Zeitung Daily Mail 1909 einen Preis für denjenigen Piloten auslobte, der mit seinem Flugzeug als erster den Ärmelkanal überquerte.

Jetzt hat das britische Traditionsblatt erneut eine Prämie von 1000 britischen Pfund (rund 1430 Euro) für die fliegende Ärmelkanalüberquerung ausgesetzt. Einziger Unterschied zu 1909: der Flieger muss mit Elektropower die rund 36 Kilometer zwischen dem britischen Lydd und dem französischen Calais überwinden.

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Am vergangenen Freitag, dem 10. Juli 2015, war es dann soweit: der E-Fan, ein Elektroflieger von Airbus überquerte den Ärmelkanal innerhalb von rund 40 Minuten.

Das Kleinflugzeug hat eine Spannweite von knapp zehn Metern und ein beeindruckend geringes Gewicht von rund 500 Kilogramm. Angetrieben wird der E-Fan von zwei Propellern mit einer gemeinsamen Leistung von rund 60 Kilowatt (knapp 82 PS).

Dabei werden die beiden Propeller von einer Lithium-Polymer-Batterie mit Energie versorgt, die sich im Bauch des Kleinfliegers versteckt. Der Energiespeicher ist aus 120 einzelnen Zellen zusammengesetzt sein und soll eine Kapazität von gut 19 Kilowattstunden aufweisen.

Neben dem E-Fan von Airbus trat wenige Stunden zuvor das Cri-Cri Electric Plane die Überquerung des Kanals an. Der kleine Elektroflieger mit dem französischen Piloten Hugues Duval an Bord hatte jedoch keine offizielle Starterlaubnis in Großbritannien und musste so zuerst von einem "normalen" Flugzeug in die Luft geschleppt werden. Daher ist es fraglich, ob dieser Überflug des Ärmelkanals gewertet wird, wie der Greenoptimistic-Blog berichtet.

Schnelle Praxisreife des E-FanDie Ärmelkanalüberquerung des E-Fan überrascht Beobachter der Branche, da bis vor kurzem der kleine Elektroflieger von Airbus noch in einem Entwicklungsstadium schien, der von Praxistests weit entfernt liegt.

Jetzt hat das Unternehmen jedoch gezeigt, dass sein kleiner Flieger praxistauglich ist. Nach Unternehmensangaben plant Airbus den E-Fan 2.0, wie das Model offiziell heißt, in einer Kleinserie von rund 100 Exemplaren zu bauen.

Vor allem Flugschulen sollen von dem kleinen, leichten Flieger angesprochen werden. Daneben plant Airbus eine zweite Variante des E-Fan, die für bis zu vier Personen Platz bieten soll und mit einem Verbrennungsmotor als Range Extender arbeiten wird.

Airbus ist sich seines Konzepts sicherWie teuer beide Modelle sein sollen, ist bisher nicht bekannt. Jedoch hat Airbus mit der Ärmelkanalüberquerung gezeigt, dass das Unternehmen von der Zuverlässigkeit seines Antriebs überzeugt ist.

Ein slowenischer Mitstreiter durfte mit seinem Elektroflieger bei der Ärmelkanalüberquerung nicht starten. Der Elektromotor des Fliegers stammt von Siemens, die einen Flug über Wasser bisher nicht erlauben, wie der Greenoptimistic-Blog schreibt.

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