Honda Smart Home System: Das Kraftwerk to go

Honda Smart Home System: Das Kraftwerk to go

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Die große Ladestation im Carport sowie die Strom- und Heizungseinheiten machen das Haus zu etwas besonderem

Quelle:Spotpress

Elektroautos spielen nicht nur eine Hauptrolle in den Szenarien künftiger Mobilität. Sie könnten auch in das Energiemanagement eines intelligenten Hauses eingebunden werden. Honda testet das gerade in einem Pilotprojekt.

Auch das perfektionistische Japan kennt den berüchtigten Vorführeffekt. Erst springt der Monitor am Beginn der Präsentation nicht gleich an, dann weigert sich das Elektroauto Fit, autonom aus seiner Garage zu fahren. Vom irrlichternden Rasenmäherroboter ganz zu schweigen. Doch statt in Panik zu verfallen, lacht Aki Yasuoka kopfschüttelnd und die Technologie tut ihm dann doch noch den Gefallen und funktioniert.

In der Stadt Saitama im Großraum der Megacity Tokio haben Honda und die Kommune das Konzept E-Kizuna entwickelt mit dem Ziel, die lokalen CO2-Emissionen im Lauf der fünf Versuchsjahre um fünfzig Prozent gegenüber 2000 zu senken. Herzstück des Projekts, das 2018 ausläuft, sind drei neu errichtete Eigenheime bei denen Hondas Smart Home System (HSHS) zum Einsatz kommt, das Erzeugung und Versorgung mit Strom und Wärme steuert. In das Konzept sind auch das E-Auto und ein Elektroroller integriert. Sie können nicht nur vom Haus mit Strom versorgt werden, sondern geben bei Bedarf ihrerseits Energie aus ihren Speichern an die Immobilie ab.

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Wie Toyota oder Mitsubishi ist auch Honda ein Mischkonzern, dessen Töchter die Komponenten für dieses Pilotprojekt wie Solaranlage und Energiewandler gleich mitliefern können. Was das unbewohnte Vorzeigehaus von seinen Nachbarn in der ruhigen Straße unterscheidet, ist nicht nur die gelungene Mischung aus traditioneller japanischer Architektur mit westlichen Einflüssen, sondern die große Ladestation im Carport sowie die Strom- und Heizungseinheiten - ein gasbetriebenes Mikro-Blockheizkraftwerk - außen am Haus, die am Stadtnetz von Saitama hängen. Auf dem Dach wurden Photovoltaik-Dünnschichtmodule der Honda-Tochter Soltec verlegt.

Smart Home So schützen Sie das vernetzte Heim vor Einbrechern

Smart-Home-Technik wird immer günstiger und vermeintlich einfacher zu installieren. Doch Vorsicht: Manch technisch weniger versierter Kunde öffnet beim Einbau der Technik unbedacht Hintertüren für Verbrecher.

Rollo, Heizung, Türschloss - immer mehr Menschen steuern ihr Zuhause via Web. Quelle: Marcel Stahn für WirtschaftsWoche

Der sogenannte Smart e-Mix Manager steuert nicht nur die Energieproduktion im HSHS selbst , sondern auch den Bedarf aus dem öffentlichen Netz. Diese intelligente Einspeisung und Abgabe von Energie, die punktgenau gesteuert werden kann, ist ein Beispiel für das künftige „Smart Grid". Käme es zu Schwankungen oder Engpässen, käme auch das E-Auto als Puffer ins Spiel. Obwohl auch auf Japans Straßen weit weniger als eine Million elektrischer Autos unterwegs sind, spielt die Vision von „Vehicle-to-Grid" (V2G) - die Einbindung der automobilen Speicher ins allgemeine Netz - in der fernöstlichen Variante der Energiewende eine große Rolle. Ein ähnliches Pilothaus hat Honda auch in den USA in Kooperation mit der University of California in Davis errichtet.

Schon vor der Reaktorkatastrophe von Fukushima 2011 wurde das geologisch unruhig gelegene Japan regelmäßig von Erdbeben und den Folgen der schweren Taifune über dem Pazifik geplagt. Deswegen sind hier auch die Bestrebungen besonders brisant, durch Systeme wie HSHS die Versorgung der Bevölkerung nach einem Kollaps der Netze dennoch sichern zu können. Im Ernstfall, so die Zielsetzung, würde HSHS quasi wie ein First Responder das Haus autark versorgen. Ermöglicht wird diese Strategie durch den japanischen Ladestandard Chademo, der auch bidirektional funktioniert. Dass ein E-Auto über eine Wandlerstation gespeicherte Energie aus seinen Akkus abgeben kann, bewies Nissan ebenfalls kurz nach Fukushima mit dem Leaf.

So wehren Sie Angriffe auf Ihr vernetztes Heim ab

  • Apps schließen

    Smartphones sind die Fernbedienung fürs vernetzte Heim. Damit Hacker keine Passwörter aus den zugehörigen Apps auslesen können, installieren Sie Schutzsoftware auf dem Gerät – und loggen Sie sich nach Gebrauch aus der App aus.

  • Cloud-Portal sichern

    Viele Smart-Home-Systeme lassen sich auch über Onlineportale der Anbieter steuern. Ersetzen Sie unbedingt voreingestellte Passworte durch komplexe Codes mit Groß- und Kleinschreibung, Zahlen und Sonderzeichen.

  • Home-Zentrale schützen

    Selbst wer sein vernetztes Haus nur am PC daheim steuert, kann von Hackern ausgeforscht werden. Damit die keine Spionageprogramme auf dem PC einschleusen können, halten Sie Schutzsoftware und Browser stets aktuell.

  • Verbindung verschlüsseln

    Wer verhindern will, dass Angreifer Steuerbefehle auf dem Weg vom Handy zum Haus mitlesen, verbindet beides über eine verschlüsselte private Datenverbindung (VPN), die der Nutzer in seinem Internetrouter einrichtet.


Auch Toyota hat in Japan ähnliche Smart Home-Konzepte mit der konzerneigenen Hausbautochter entwickelt. Obwohl Deutschland eher nicht mit Naturkatastrophen dieser Größenordnung rechnen muss, gibt es auch hierzulande ähnliche Ansätze. Im Rahmen der Forschungsinitiative „Schaufenster Elektromobilität" hatte Daimler zwei Smart Fortwo Electric Drive und zwei Smart-E-Bikes für das Aktivhaus „B10" in der bekannten Stuttgarter Weißenhofsiedlung zur Verfügung gestellt. Der Smart lädt zwar nicht das Haus, aber durch die Fahrzeugtelematik ist er in das intelligente Energiemanagement eingebunden und ermöglicht somit die effizientere Planung der Ladevorgänge.

Was die Deutschen beim Thema Smart Home interessiert

  • Interesse an Assistenz-Systemen im Smart Home

    “Smart Home”, “Connected Home“ oder auf gut Deutsch „Heimvernetzung“: Die Begriffe sind für viele Deutsche unbekannten Begriffe mehr. Laut einer repräsentativen Umfrage des Digitalverbands Bitkom haben fast zwei Drittel aller Bundesbürger (65 Prozent) ab 14 Jahren schon einmal davon gehört. 2014 waren es erst 51 Prozent. Doch nicht für Anwendungsmöglichkeiten, die Hilfe im Alltag versprechen, interessieren sich die Deutschen gleich stark. Ein Überblick.

    Quelle: Bitkom

  • 80 Prozent...

    … der Deutschen können sich vorstellen, ein System zur Erkennung unverschlossener Wohnungstüren zu nutzen. Das würde per Smartphone-Nachricht warnen, wenn man vergisst, die Tür abzuschließen.

  • 78 Prozent...

    … der Befragten können sich vorstellen, eine intelligente Uhr zu verwenden, die automatisch Gesundheitsdaten wie Blutdruck, Blutzucker, Puls oder Körpertemperatur misst.

  • 72 Prozent...

    … halten es für denkbar, ihren Fußboden mit einer Funktion auszustatten, die Alarm schlägt, wenn ein Bewohner stürzt.

  • 63 Prozent...

    … der Deutschen können sich vorstellen,  ein System zu nutzen, das warnt, wenn der  Herd nicht ab- oder Wasser nicht ausgestellt ist.

  • 14 Prozent...

    würde eine intelligente Matratze nutzen, die automatisch Alarm schlägt, wenn es Auffälligkeiten im Schlafverhalten gibt oder  eine Person beispielsweise nicht mehr aufsteht.

Auch im Hochtechnologieland Japan kommt die Energiewende nur schleppend voran. Zwar wurden in den letzten Jahren wieder Atommeiler hochgefahren, aber im zukünftigen Energiemix soll auch Solarstrom eine wichtigere Rolle spielen - vor allem als Quelle, um Wasserstoff mit seinem hohen Energiebedarf herzustellen. Bis 2020, wenn in Tokio die Olympischen Sommerspiele stattfinden, will die Regierung von Shinzo Abe 6.000 H2-Elektroautos auf der Straße sehen. Für Käufer beispielsweise eines Honda Clarity Fuel Cell oder eines Toyota Mirai winken großzügige Subventionen und in der Hauptstadt allein sollen 35 Tankstellen für Brennstoffzellenfahrzeuge entstehen.

Japan setzt für seine Klimaziele und für den Ausbau der Elektromobilität wie wenige andere Länder auf Wasserstoff, weswegen die Entwicklung einer vernünftigen Infrastruktur selbst zu einer neuen olympischen Disziplin für Ingenieure geraten ist. Auch Honda ist hier dabei mit dem 2014 gestarteten Versuch einer Smart Hydrogen Station, welche die Wasserstofftankstelle in Kühlschrankgröße direkt ans Haus holt. Die kompakte Station nutzt ein elektrolytisches Hochdrucksystem, das ohne den typischen mechanischen Kompressor zur Erzeugung des Gases auskommt. Sie kann entweder mit Erdgas, Energie aus Abfall oder mit Solarstrom betrieben werden. Wäre das Inselreich, so der Plan, mit genügend Stationen versorgt, die sich die Energie zur Erzeugung des Wasserstoffs von der Sonne holten, könnten beispielsweise Brennstoffzellenautos schneller und kostengünstiger betankt werden.

Quelle:  Spotpress
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