Hybrid-Lkw: Umweltministerium plant Autobahn mit Oberleitung bis 2017

Hybrid-Lkw: Umweltministerium plant Autobahn mit Oberleitung bis 2017

von Wolfgang Kempkens

Ab 2017 sollen die ersten Hybrid-Lastwagen mit Hilfe von Oberleitungen über deutsche Autobahnen rollen.

Auf der Schiene hat sich der elektrische Antrieb durchgesetzt: In der Oberleitung fließt Strom, der über einen sogenannten Stromabnehmer auf die Bahn übertragen wird. Dieses Modell soll nun auch als Vorbild für die Straße dienen: Der Bund will ein Autobahn-Teilstück mit Oberleitungen ausstatten.

Das Bundesumweltministerium hat vor wenigen Tagen seine Absicht bekundet, Straßen in Deutschland zu elektrifizieren. Das Projekt wird ausgeschrieben. Das Teilstück in der Bundesrepublik, das das Umweltministerium aufrüsten will, steht noch nicht fest. Der Abschnitt soll bis Mitte 2016 gefunden werden, erwartet Randolf Schießer vom Technologie-Dienstleister VDI/VDE Innovation und Technik, der das Projekt im Auftrag des Ministeriums betreut. 2017 sollen die ersten Elektro-Lkw dort rollen.

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Teststrecken schon heute im EinsatzDem Plan zufolge soll eine Pilotstrecke entstehen, auf der Hybrid-Lastwagen quasi während der Fahrt mit Strom versorgt werden. Die beiden Stromabnehmer auf dem Führerhaus fahren automatisch aus, sobald das Fahrzeug eine Strecke mit Oberleitung erreicht hat. Ist keine Oberleitung in der Nähe, greift der Lkw auf einen Dieselmotor zurück.

Während sich Züge mit einer einzigen Stromleitung begnügen – der Gegenpol ist die Stahlschiene, auf der sie rollen –, brauchen Lkw ebenso wie Oberleitungsbusse zwei Leitungen.

Getestet wird diese Technik schon heute. Fahrzeuge der Volkswagen-Tochter Scania, von Volvo und dem US-Hersteller Mack laufen bereits auf Teststrecken in Kalifornien und Templin-Groß Dölln, 60 Kilometer nördlich von Berlin. Diese sind für den normalen Verkehr gesperrt. In Schweden hat Siemens zudem einen zwei Kilometer langen Abschnitt der E16 nördlich von Stockholm elektrifiziert und probiert die Technik für Lkw dort aus.

Güterverkehr bedeutet wachsende UmweltbelastungDas Siemens-System sieht vor, dass die Stromabnehmer eingefahren werden, wenn die Leitung endet, was eigentlich selbstverständlich ist. Sie können allerdings auch eingefahren werden, wenn das Fahrzeug überholen will und auf die nicht-elektrifizierte Spur wechseln will. Dann springt eine Bordbatterie ein oder Verbrennungsmotor, der mit Diesel oder Erdgas betrieben wird.

„Der Hybrid ist der erste Schritt auf dem Weg zu elektrisch angetriebenen Fahrzeugen, die eine immer wichtigere Rolle bei der Entwicklung des nachhaltigen Güterverkehrs spielen“, sagt Roland Edel, Technologiechef der Mobilitätssparte von Siemens.

Dass die Strecke gerade für Lastwagen ausgelegt wird, hängt mit der zunehmenden Güterverkehr auch auf der Straße zusammen. Der World Business Council for Sustainable Development (WBCSD) spricht von einer Verdreifachung der weltweiten Transportleistung zwischen 2000 und 2050. Das sorgt für eine wachsende Umweltbelastung. Feinstaub in Form von Ruß und vor allem Stickoxide, die aktuell Volkswagen zu schaffen machen, gehören zu den gefährlichsten Emissionen.

Elektrofahrzeuge stoßen dort, wo sie fahren, keine Schadstoffe aus. Wenn der Strom aus erneuerbaren Quellen wie Wind, Sonne oder Biogasanlagen kommt, fahren sie komplett grün.

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