Hybridkraftwerk: China will Windkraft in Wasserstoff umwandeln

Hybridkraftwerk: China will Windkraft in Wasserstoff umwandeln

von Wolfgang Kempkens

Unter deutscher Beteiligung entsteht in China ein Hybridkraftwerk, das Windstrom in Wasserstoff wandelt.

Deutschland hat es, China will es nun: Ein Hybridkraftwerk, das überschüssigen Windstrom in Wasserstoff umwandeln kann. Bei einer Flaute kann dieser als Stromlieferant einspringen.

Wie das genau das Kraftwerk arbeiten soll, steht allerdings noch gar nicht fest. Zwei Möglichkeiten der Wasserstoffspeicherung sind noch im Rennen: Drucktanks und Metallhydridspeicher. In Tanks wird Wasserstoff unter hohen Druck gesetzt, damit eine ausreichende Menge auch in einen begrenzten Raum wie eben einen Autotank passt.

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Hydridspeicher wiederum sind eine Verbindung aus Metall und Wasserstoff. Die Abgabe des Wasserstoffs erfolgt zwar vergleichsweise langsam, dafür ist das Sicherheitsrisiko des hohen Drucks ausgeschaltet.

Auch ob Strom dann direkt durch eine Brennstoffzelle gewonnen oder mit dem Wasserstoff ein Generator angetrieben werden soll, steht noch nicht fest. Ein Teil des Wasserstoffs soll auf jeden Fall in Fahrzeugen mit Brennstoffzelle genutzt werden.

Spätestens Ende dieses Jahres müssen die Systementscheidungen getroffen sein, denn die Komponenten der Anlage sollen 2016 nach China transportiert werden. Übrigens auch aus Deutschland. Vorbild ist nämlich das Hybridkraftwerk in Prenzlau, das weltweit erste dieser Art.

Bau mit deutscher BeteiligungSo verwundert es nicht, dass der Bauherr „Hebei Constructions“ sich deutsches Know-How mit ins Boot geholt hat: Für das Engineering zuständig ist Encon Europe aus Berlin, den Elektrolyseur, der Wasser in Wasser- und Sauerstoff spaltet, liefert McPhy Energy Deutschland aus Wildau in Brandenburg.

Eben jener Elektrolyseur ist in Prenzlau mit 500 Kilowatt allerdings deutlich kleiner als der, der für China vorgesehen ist. Das Nutzungsspektrum des deutschen Hybridkraftwerk hingegen ist deutlich größer: Es verfügt zusätzlich über eine Biogasanlage. Das produzierte Gas wird zum Betrieb von zwei Blockheizkraftwerken genutzt, die Strom und Energie für ein Nahwärmenetz erzeugen.

Ein Teil des Wasserstoffs fließt auch ins Erdgasnetz. Die Kombination verschiedener Energieumwandler sorgt für höchste Flexibilität. Die Anlage kann sowohl Grund- als auch Spitzenlaststrom erzeugen.

Dafür wird die chinesische Anlage mit einer Leistung von vier Megawatt zu den größten Anlagen dieser Art gehören. Den Strom liefert ein in Guyuan, einer Stadt in der autonomen Region Ningxia, bereits bestehender Windpark mit einer installierten Leistung von 200 Megawatt. Schon 2017 soll die Wasserstoffproduktion beginnen.

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