Icewind: Dieser Wind-Generator trotzt jedem Sturm

Icewind: Dieser Wind-Generator trotzt jedem Sturm

von Wolfgang Kempkens

Orkane von 200 km/h überfordern bislang noch jeden Windpark. Isländische Entwickler haben nun einen Wind-Generator gebaut, der dem Sturm trotzt.

Zu Tausenden mussten Windgeneratoren Ende Dezember abgeschaltet werden, als schwere Stürme vor allem Nordeuropa heimsuchten. Nur auf Island rotierten ein paar Mühlen, selbst als der Orkan ein Tempo von mehr als 200 Kilometern pro Stunde erreichte. Die hatte Icewind gebaut, ein isländisches Start-up.

Saethor Asgeirsson, Gründer und Chef des Unternehmens, hatte sich das Ziel gesetzt, Windstrom auf Island zu gewinnen. Mit herkömmlichen Generatoren wäre das nicht rentabel gewesen. Dort sind schwere Stürme beinahe an der Tagesordnung.

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Also konstruierte er seinen Icewind genannten Generator, der zur privaten Stromversorgung gedacht ist. Er kann im Garten oder auf dem Dach montiert werden. Es gibt ihn in drei Leistungsklassen: 300, 600 und 1000 Watt. Die Mühlen rotieren um eine senkrechte Achse, ähnlich wie der niederländische Generator Liam F1.

Die Schaufeln, die den Wind einfangen, sind so konstruiert, dass das Rad sich selbst bremst, wenn der Wind es zu toll treibt. Die Mühle erreicht eine bestimmte Höchstgeschwindigkeit, die sie auch dann hält, wenn der Sturm stärker wird.

Formel-1-MaterialNun könnte sie auch einfach durch die Gewalt eines Sturmes zerstört werden. Um das zu verhindern wählte Asgeirsson besonders strapazierfähiges Material. Dazu zählt kohlenstofffaserverstärkter Kunststoff, aus dem beispielsweise die unzerstörbaren Fahrerhäuser von Formel-1-Boliden hergestellt werden. Außerdem setzt er Edelstahl und besonders belastbares Aluminium ein, wie es auch im Flugzeugbau verwendet wird.

Icewind liefert bereits bei einem lauen Lüftchen Strom, sieben Kilometer pro Stunde reichen. Bei Tempo 40 erreicht sie die Nennleistung. Vögel machen einen weiten Bogen um diese Mühlen, weil sie von der herausgeschleuderten Luft ferngehalten werden. Mit 35 Dezibel ist sie nicht lauter als ein Getreidefeld, das ein sanfter Wind streichelt.

Die ersten Generatoren sollen noch im ersten Quartal dieses Jahres ausgeliefert werden. Potenzielle Kunden gibt es vor allem in sturmgeplagten Regionen in Nordeuropa, Kanada und dem Norden der USA oder im südlichsten Südamerika. Den Preis hält der Icewind-Chef noch unter Verschluss.

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