Ideen: Strom für alle dank Mikrokrediten

Ideen: Strom für alle dank Mikrokrediten

von Patrick Schultz

Konferenz im Zeitraffer, Teil 2: Die wichtigsten Punkte und Thesen der Nachhaltigkeitskonferenz Sustainability 24.

Wie unsere Wirtschaft nachhaltiger werden kann, ist eine der größten Herausforderungen des 21. Jahrhunderts. Überall drohen Ressourcenmangel und Umweltprobleme; Unternehmen sehen sich mit steigenden Preisen für Rohstoffe konfrontiert. Im Rahmen der Nachhaltigkeitskonferenz Sustainability 24 stellten sich Unternehmer und Wissenschaftler der Frage, wie Wirtschaft und Gesellschaft auf diese Herausforderungen reagieren können. WiWo Green fasst die wichtigsten Erkenntnisse der 12-Stunden-Konferenz zusammen, die in elf Städten stattfand und live im Internet zu verfolgen war.

Der zweite Teil unserer  Zusammenfassung beschäftigt sich mit den Diskussionsrunden in Berlin, Barcelona, Paris, Washington und St. Louis. Hier die wichtigsten Dinge, die wir gelernt haben:

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Die Energiewende: Ein LangzeitexperimentOrt: Berlin, DeutschlandDie Frage: Taugt die Energiewende als Blaupause für nachhaltiges Wachstum?

Was wir gelernt haben: Die deutschen Ingenieure können die Wende hin zu erneuerbaren Energien schaffen, da sind sich die Experten einig. Die Fachleute fragen sich jedoch, ob der ehrgeizige Zeitplan - Verzicht auf Atomstrom ab 2022 - eingehalten werden kann und ob das Ganze nicht zu teuer für die Stromverbraucher wird. Dennoch, so ein Kommentator aus Frankreich, schaut der Rest der Welt auf Deutschland: Schließlich denkt man auch etwa in China darüber nach, wie man den CO2-Ausstoß senken und auf teure fossile Brennstoffe verzichten kann. Ob die deutsche Energiewende ein gutes Vorbild ist, wird sich endgültig aber erst in ein paar Jahrzehnten sagen lassen.Sie haben es uns beigebracht: Manfred Fischedick, Forscher am Wuppertal Institut und Frank-Detlef Drake von RWE.

Das beste Zitat: "Wenn wir alle Möglichkeiten zur Energieeinsparung nutzen würden, wäre schon fast die Hälfte des deutschen Atom-Stroms unnötig". Barbara Kux, Siemens.

Autoreifen mieten statt kaufenOrt: Paris, FrankreichDie Frage: Wie verändert nachhaltiges Wirtschaften die Unternehmen?

Was wir gelernt haben: Einige Manager stellten ihre Ideen zur Nachhaltigkeit vor: Michelin etwa lässt sich manche Reifen nicht mehr per Stück, sondern pro gefahrenen Kilometer bezahlen. Oder kümmert sich darum, dass der Flottenverbrauch bei Spediteuren um einen fixen Prozentsatz sinkt - Bezahlung nur bei Erfolg. Der Autovermieter Athlon Car hat Elektrofahrzeuge der Marke Tesla in seinen Fuhrpark aufgenommen. Und die neueste Studie des CDP verkündet: Zwei Drittel der Investitionen in Nachhaltigkeit - etwa in Energiespartechnik - rechnen sich innerhalb von drei Jahren.Sie haben es uns beigebracht: Franck Estoquie, Michelin Solutions, Kenan Aksular von Athlon Car und Paul Simpson vom CDP.

Das beste Zitat: "Wenn nur ein Laster zwei Prozent weniger Sprit verbraucht, bedeutet das acht Tonnen weniger C02 jährlich". Franck Estoquie, Michelin Solutions.

Energie für alle dank MikrokreditenOrt: Washington, D.C., USADie Frage: Wie kann die Energieversorgung in Schwellenländern verbessert werden?

Was wir gelernt haben: 20 Prozent der Weltbevölkerung haben immer noch keinen Zugang zum Stromnetz. Dabei können kleine Solarpanels inzwischen auch die abgelegensten Gebiete mit Strom für Lampen und Handys versorgen - wenn die Bewohner sie bezahlen können. Grundlage für die umfassende Elektrifizierung, so die Experten, sind  Mikrokredite für Menschen in Entwicklungsländern und ein zuverlässiges Zahlungssystem, etwa über Mobiltelefone. Auf lange Sicht ist die Stromversorgung über Solarpanels nicht nur günstiger, sondern auch sicherer als Dieselgeneratoren und Petroleumlampen: 300 000 Kinder sterben jährlich bei Unfällen mit Brennmitteln.Sie haben es uns beigebracht: Jonathan Metzger von Nethope und Bob Freling vom Solar Electric Fund.

Das beste Zitat: "Wir versorgen Menschen in Kenia mit einem Handyanschluss für 1,50 Dollar im Monat". Jonathan Metzger, Nethope.

Modernes Saatgut gegen den HungerOrt: St. Louis, USADie Frage: Wie können wir die globale Nahrungsmittelkrise lösen?

Was wir gelernt haben: In den nächsten zwei Jahrzehnten wird die Weltbevölkerung um zwei Milliarden Menschen zunehmen. Diese Menschen alle satt zu bekommen, so die Experten, erfordert vor allem zwei Dinge: Weltweite Freihandelsabkommen und Fortschritte bei Pflanzenzucht und Farmmaschinen. Monsanto hat zum Beispiel trockenheitsresistente Maissorten entwickelt, die auch afrikanische Dürreperioden überstehen sollen.Sie haben es uns beigebracht: Stephanie Regagnon von Monsanto und Thomas Dorr, Dorr Associates.

Das beste Zitat: "Wenn ich sehe, wie genau Google Grippewelle voraussagen kann, hoffe ich, dass wir diese Technologie bald auch für Erntevorhersagen verwenden können". Thomas Dorr, Dorr Associates.

 

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