iFlex: Neuer Konkurrent im Rennen um den luftlosen Reifen

iFlex: Neuer Konkurrent im Rennen um den luftlosen Reifen

von Malte Laub

Der Prototyp soll alles können, was ein traditioneller Reifen auch kann. Die Branche kommt ins Rollen.

Weniger Benzinverbrauch und keine Platten mehr – mit diesem Szenario machen die großen Reifenhersteller schon seit einigen Jahren Autofahrern und kommerziellen Nutzern Lust auf die Zukunft. Bald soll nämlich der klassische mit Luft gefüllte Reifen von einer neuen luftlosen Generation abgelöst werden, die stattdessen auf ein flexibles Wabenkonstrukt setzt.

Hankook hat nun mit dem iFlex einen weiteren Prototyp vorgestellt – den fünften des Unternehmens. Mit Details geizt der südkoreanische Hersteller sehr, versichert aber, dass es der neue Reifen in Sachen Leistungsfähigkeit mit konventionellen Luftdruckreifen aufnehmen könne. In einem Geschwindigkeitstest an einem Elektroauto habe der iFlex 130 Stundenkilometer erreicht.

Anzeige

Besonders viel Wert legt das Unternehmen in seiner Ankündigung darauf, dass der Reifen deutlich umweltfreundlicher als seine Vorgänger, aber auch als konventionelle Pneus sei. Warum genau, erklärt Hankook nicht. Nur so viel: Der iFlex bestehe aus einem eigens kreierten, umweltfreundlichen Gemisch, außerdem sei die Produktion energieeffizienter geworden, man habe den Prozess von acht auf vier Schritte vereinfachen können. Dazu sollen die Pneus auch einfacher zu recyceln sein. Bereits 2013 hatte der Konzern mit einer Recyclingquote von 95 Prozent geworben.

Die Umweltverträglichkeit der „non-pneumatic tires“ (NPT) genannten Luftlosen ist ein großer Werbefaktor für die Hersteller: Bridgestone, der größte Reifenhersteller der Welt, verfolgte schon bei seinem 2011 vorgestellten Wabenreifen das abfalllose Kreislauf-Prinzip Cradle-to-Cradle.

Reifen der Zukunft: umweltfreundlich und kugelsicherKonkurrent Goodyear hatte im vergangenen Jahr für Aufsehen gesorgt, als der Konzern bekanntgab, damit zu experimentieren, Reishülsen in Siliziumoxid zu verwandeln. Als Beigabe zum Reifengemisch reduziere es den Widerstand, den der NPT beim Kontakt mit der Straße erzeugt. So lasse sich der Benzinverbrauch senken.

Auch Hankook mit seiner Technologie eMembran setzt darauf, dass sich der Reifen dem Untergrund anpasst und so den Widerstand möglichst gering hält. Von einer baldigen Massenproduktion sagt Hankook allerdings nichts, doch wirbt das Unternehmen schon mal damit, dass der iFlex farblich individuell gestaltbar sein soll.

Pionier Michelin, der 2005 auf der Pariser Autoshow mit der Ankündigung, aus einem Stück gefertigte luftlose Reifen genauer erforschen zu wollen, den Trend erst begründete, ist da weiter: Der Tweel ist mittlerweile für Baustellenfahrzeuge oder schwereres Gartengerät in Produktion. Auch der Fahrzeughersteller Polaris hat NPT im Angebot und rüstet mittlerweile seine Geländefahrzeuge damit aus – nicht ohne den Hinweis, dass die Pneus einen direkten Treffer eines .50-Kalibers wegstecken könnten.

Tatsächlich ist das Militär stark an den widerstandsfähigen und pannenlosen Reifen interessiert. So hat das Pentagon den Hersteller Resilient Technologies mit einem Vierjahresvertrag und einem 18-Millionen-Dollar-Zuschuss ausgestattet, um die Entwicklung der luftlosen Reifen voranzutreiben. Frei nach dem Motto: Wo keine Luft drin ist, kann man sie auch nicht rausschießen.

Anzeige
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%