Innovation: Das fliegende Elektroauto kommt

Innovation: Das fliegende Elektroauto kommt

von Felix Ehrenfried

Das Auto "The Transition" hat seinen Jungfernflug absolviert. Doch das ist erst der Anfang für ein revolutionäres Mobilitätskonzept, sagen die Entwickler.

Die Vorstellung, ein Auto zu besitzen, das gleichzeitig auch fliegen kann, begeistert die Menschen seit Jahrzehnten. Jetzt kann man sich den Traum bald auch erfüllen.

Denn jüngst präsentierte das US-Unternehmen Terrafugia auf einer Flugshow im US-Bundesstaat Wisconsin ein "The Transition" genanntes Gefährt, das sowohl auf der Straße fahren als auch fliegen kann. Prototypen des Zwitters gab es schon einige, doch jetzt hob er auch tatsächlich ab.

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"The Transition" lässt sich binnen weniger Sekunden von einem Auto für die Straße in ein vollwertiges, zweisitziges Flugzeug mit Propellerantrieb umwandeln. Dazu werden die Tragflächen, die während der Fahrt auf der Straße eingeklappt sind, zu beiden Seiten ausgefahren. Schon ist der Fahrer bereit zum Abheben.

Zugegeben: Das Flugauto ähnelt mehr einem kleinen Sportflugzeug als einem wirklichen Auto, dem Flügel gewachsen sind. Wie das System im Einsatz funktioniert, zeigt dieses etwas längliche Firmenvideo (Warnung: Wer schlechte Elektromusik nicht aushält, sollte ab Minute zwei auf stumm schalten):

Dass sich mit "The Transition" eine längere Strecken bei höheren Geschwindigkeiten auf der Autobahn zurücklegen lässt, scheint derzeit eher unwahrscheinlich. Das Gefährt sieht dafür noch zu klobig aus. Doch für längere "Fahrten" wählt der Besitzer wohl ohnehin lieber die Flugvariante und der Automodus kommt nur auf der Strecke vom Flugplatz zur Garage zum Einsatz. Das zeigen auch die Geschwindigkeiten, die "The Transition" erreicht.

Im Flug schafft das Gefährt bis zu 160 Stundenkilometer, auf der Straße geht es gemächlicher mit bis zu 105 Kilometern pro Stunde voran. Die Flughöhe beträgt rund 500 Meter, angeblich trägt eine Tankfüllung das Flugmobil mehr als 660 Kilometer weit.

Fliegen mit dem Auto ist nicht ganz billigTerrafugia will mit "The Transition" spätestens 2015 auf den Markt kommen. Dann können Flug-und Autobegeisterte ihren Fahrflieger für rund 230.000 Euro in Empfang nehmen. Voraussetzung: Ein Flugschein und der Zugang zu einem Sportflughafen.

Wer nun denkt, das Konzept sei zwar witzig, aber mache den Verkehr insgesamt nicht grüner, für den hat Terrafugia auch schon etwas in Planung: Denn "The Transition" ist nur eine Vorläuferversion für ein TF-X genanntes Fahrzeug.

Statt Benzin sorgt beim TF-X Strom für den Vorwärtsschub. Tankt der fliegende Wagen Grünstrom, kann er Strecken von bis zu 600 Kilometern völlig umweltfreundlich zurückgelegen. Außerdem benötigt das TF-X keine hunderte Meter lange Startbahn mehr. Die zwei Propeller lassen sich einfach um 90 Grad in die Vertikale kippen. Dann hebt das Gefährt senkrecht vom Boden ab, ähnlich einem Helikopter.

TF-X - strombetriebener SenkrechtstarterUnd auch optisch macht die Weiterentwicklung von "The Transition" mehr her. Das TF-X ist schnittiger, in seinem Innenraum finden bis zu vier Passagiere Platz. Für das Wohlbefinden der Passagiere sorgt während der Flugphase ein ausgeklügeltes Sicherheitssystem. So verhindert die Software, dass sich in mehreren hundert Meter Höhe die Fenster unbeabsichtigt öffnen lassen und das Flugzeug bei schlechtem Wetter oder mit zu wenig Saft in den Batterien startet. Wenn der Pilot trotz aller Warnungen der Software weiterfliegt, greift der Autopilot ein und schickt das TF-X zum nächsten Flugplatz.

Bisher ist all das aber noch Zukunftsmusik. Denn bis das TF-X auf den Markt kommt, vergeht nach Unternehmensangaben noch mindestens ein Jahrzehnt. Wenn es dann soweit ist, dürften auch nur wenige in den Genuss des fliegenden E-Mobils kommen. Denn der Preis soll, laut Unternehmenschef Carl Dietrich, ähnlich hoch sein wie für einen Supersportwagen. Solche Rennwagen für die Straße, wie der Bugatti Veyron, kratzen meist an der Eine-Millionen-Euromarke.

Wer sich den Traum vom fliegenden Auto - ob nun Benziner oder Stromer - erfüllen will, braucht also das nötige Kleingeld.

Hier noch ein Video des TF-X:



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