Intelligente Lampe: Straßenlaterne lädt E-Autos und liefert Wetterdaten

Intelligente Lampe: Straßenlaterne lädt E-Autos und liefert Wetterdaten

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Messen, Laden, Leuchten: Eine Generation von Alleskönner-Laternen kommt. (Foto: EnBW)

von Angela Schmid

Manche deutschen Straßenlaternen sind ziemlich alt - EnBW baut nun im Süden moderne High-Tech-Leuchten.

Während Staaten wie Indien die öffentliche Beleuchtung aus Kostengründen komplett auf LED umstellen, spenden an deutschen Straßenrändern noch einige alte Schätzchen Licht. Im Süden stehen allerdings schon Laternen der nächsten Generation, die mehr können als nur Helligkeit spenden. Der Karlsruher Energieversorger EnBW hat sie mit einer Umweltsensorik ausgestattet, die Lärm, Feinstaub, Helligkeit, Luftdruck und -feuchtigkeit sowie die Temperatur misst.

Die Daten lassen sich aufzeichnen und automatisch übers Internet direkt ins Rathaus versenden. Solche Messdaten dienen den Gemeinden zum Beispiel zur Kontrolle der Feinstaubbelastung. Werden zulässige Höchstwerte überschritten, kann die Kommune schnell reagieren und den Verkehr entsprechend regeln.

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Die High-Tech-Lampe kann aber auch mit einem W-Lan-Sender ausgestattet werden, über den Bürger und Touristen kostenlos ins Internet kommen, unbegrenzte Datenmengen abrufen und ebenso Streaming- wie Navigationsdienste nutzen können. Ein intelligenter, multifunktionaler Laternenmast - doch beim Internet ist noch lange nicht Schluss: Die Technik ist offen für künftige Technologien, die auf dem Weg zur Smart City für mehr Vernetzung sorgen könnten.

Lade-Laternen für die Verkehrswende

Neue Laternen können zudem zur Ladesäule für Elektroautos werden, die bis zu 22 Kilowatt (kW) Strom liefert. Nutzer identifizieren sich per Chipkarte, befestigen den Stecker und starten den Ladevorgang. Ein Display zeigt Informationen über Ladestand und Tarif. Aufgeladen werden können alle E-Fahrzeuge vom Pedelec bis zur Limousine.

Auch BMW arbeitet an einer multifunktionalen Laternen-Lösung.

Auch BMW arbeitet an einer multifunktionalen Laternen-Lösung. (Foto: BMW)

Smart City Light (Smight) nennt EnBW das Konzept einer vernetzten Straßeninfrastruktur. Ein erster Baustein, mit dem der Energieversorger bisher getrennte Bereiche städtischer und kommunaler Infrastruktur wie Verkehr, Umwelt, Energieinfrastruktur vernetzen und steuerbar machen will. Ein Schritt, mit dem sich das Unternehmen einen Markt hin zum Smart-City-Management von kommunalen und städtischen Daten aufbauen will. "Es ist ein perspektivisches Feld – aber noch kein Markt", erklärt Oliver Deuschle, Innovationsmanager bei EnBW.

Eine Straßenlaterne, die zugleich eine Ladestation für Elektroautos bietet, wurde auch von Autobauer BMW in Kooperation mit dem Münchner Unternehmen eluminocity entwickelt. Ganz so intelligent wie die EnBW-Lampe ist sie allerdings nicht. Neben der Ladefunktion mit 3,68/11 oder 22 kW passt sie ihre Helligkeit je nachdem an, ob Fahrzeuge oder Passanten in der Nähe sind und spart so Energie. Allerdings besitzt sie eine drahtlose Netzwerkschnittstelle, damit sie in Zukunft eine Plattform für Smart City Systeme wie Parkplatzsensoren eingesetzt werden kann.

Die ersten Light & Charge Ladestationen sind seit Kurzem in München in der Königinstraße, Elisenstraße und Holbeinstraße im Einsatz. Weitere in Eindhoven, in den Niederlanden, ab Ende des Jahres in Oxford in England und in zwei Großstädten in den USA.

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