Jahresrückblick E-Mobilität: Deutsche Hersteller führen Verkaufsliste an

Jahresrückblick E-Mobilität: Deutsche Hersteller führen Verkaufsliste an

von Felix Ehrenfried

Wachsende Marktanteile, neue Ladesäulen und ein E-Auto-Gesetz: Das hat sich 2014 im Bereich E-Mobilität getan.

Während das Jahr 2014 zu Ende geht, zeichnet sich der Vormarsch von Elektroautos ab. Langsam aber beständig gewinnen die Stromer Marktanteile – vor allem BMW's Ministromer i3 zählt zu den Gewinnern im E-Segment im Jahr 2014.

Dabei hatte anfangs vieles danach ausgesehen, als würde der i3 ein Flopp: Zu teuer bei zu wenig Leistung, das war die Hauptkritik vieler Experten.

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Ein Blick auf die Jahresstatistik verrät jedoch: Hierzulande führt der i3 die Verkaufscharts mit einigem Vorsprung an. Mehr als 2000 Exemplare des kleinen Münchners wurden bisher verkauft, den Monat Dezember noch nicht mitgerechnet. Gefolgt wird der i3 vom Smart Fortwo in der Elektrovariante und dem e-Up von VW.

Damit kommen die drei E-Topseller 2014 aus deutschem Hause und liegen in Sachen Verkaufszahlen weit vor "Stromer-Klassikern" wie dem Model S von Tesla und dem Nissan Leaf (laut Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamtes).

In den USA führt der Leaf hingegen die Verkaufscharts an. Mehr als 27.000 Mal wurde der japanische Stromer 2014 in den Vereinigten Staaten verkauft. Platz Zwei und Drei belegen der Chevrolet Volt und Teslas Model S.

Die meistverkauften Stromer 2014

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Auch zeigt sich, dass die Stromer zunehmend Marktanteile gewinnen. Diese liegen zwar im niedrigen Prozentbereich, jedoch dürften gerade umweltbewusste Fahrer, die ihr Fahrzeug nur für kurze Strecken brauchen, zunehmend den Kauf eines Elektroautos in Betracht ziehen. Bis auf das Model S von Tesla bringt zwar keines der Fahrzeuge Reichweiten von mehr als 200 Kilometern mit, jedoch reicht das vielen für die tägliche Fahrt zur Arbeit und im Stadtbetrieb.

Doch nicht nur bei den Verkaufszahlen hat sich im letzten Jahr etwas getan, auch die Politik scheint langsam E-Autos als ernstzunehmendes Verkehrsmittel zu akzeptieren.

210.000 E-Autos mehr durch politische MaßnahmenSo soll das sogenannte Elektromobilitätsgesetz Kommunen in Zukunft ermöglichen, spezielle Parkplätze für E-Autos auszuweisen oder die Busspur für die Stromer freizugeben. Rund 200.000 mehr E-Autos bis 2020 könnte dieses Gesetz auf die Straßen bringen, schätzen die Experten der Unternehmensberatung Kienbaum.

Wer sich außerdem einen Stromer für gewerbliche Zwecke anschaffen will, kann in Zukunft von günstigen Krediten der staatlichen KfW-Förderbank profitieren. Jedoch dürfte der Effekt dieser Maßnahme nicht allzu groß sein, maximal 10.000 Wagen mit alternativem Antrieb mehr bis 2020 könnten die günstigen Kredite bewirken, glauben Experten.

Bleibt noch ein Blick auf die Situation bei den Stromertankstellen in Deutschland. So gibt es nach Angaben der Onlineplattform Chargemap.com im Dezember hierzulande rund 3000 für Autos zugängliche Steckdosen. Zu Jahresbeginn lag dieser Wert noch bedeutend niedriger, bei knapp 1900 Ladepunkten.

Einerseits ist das ein bedeutender Anstieg von rund 50 Prozent innerhalb eines Jahres, andererseits sind andere Länder in Sachen Ladeinfrastruktur weiter. So listet Chargemap.com 5.500 Ladestationen in den wesentlich kleineren Niederlanden auf. Und auch im Nachbarland Frankreich können Stromerbesitzer ihre Akkus an mehr Stationen als in Deutschland laden.

Deutsche Startups gegen Ladepunkt-ArmutEin kleines deutsches Startup könnte jedoch bald dafür sorgen, dass Ladestation sprichwörtlich an jeder Ecke verfügbar sind: Ebee aus Berlin hat eine Technik nebst passender Komponenten entwickelt, die jede Straßenlaterne mit wenig Aufwand in eine zugängliche Steckdose verwandelt. Einen ähnlichen Plan verfolgt der Konkurrent Ubitricity, ein ebenfalls in Berlin beheimatetes Unternehmen.

Endlich flächendeckend ausgerollt, könnte die Technik der beiden Startups im nächsten Jahr für mehr Ladestationen an deutschen Straßen sorgen. Das dürfte dann auch den Stromerverkauf weiter ankurbeln.

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