Kein Stau, keine Abgase: Studie zeigt, wie grün selbstfahrende Autos sein können

Kein Stau, keine Abgase: Studie zeigt, wie grün selbstfahrende Autos sein können

von Felix Ehrenfried

Googles selbstfahrende Autos haben in Sachen Umweltfreundlichkeit bedeutende Vorteile.

Während selbstfahrende Autos vor wenigen Jahren noch als Spinnerei abgetan wurden, kommt ihre Marktreife nun immer näher. Unlängst hat Google sein selbstständig steuerndes Fahrzeug vorgestellt. Einige Studien gehen davon aus, dass bis 2035 schon mehr als 100 Millionen autonome Autos verkauft werden und knapp 15 Jahre später der Fahrer im Auto sowieso überflüssig ist.

Doch während sich die Diskussion zu selbstfahrenden Autos bisher hauptsächlich um die Fragen gedreht hat, ob die Technik zuverlässig ist und wir es als Menschen überhaupt wollen, dass das Fahren von einem Algorithmus übernommen wird, haben amerikanische Forscher jetzt eine Studie vorgestellt, die klare Vorteile einer autonom fahrenden Autoflotte benennt.

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Treibhausgase die heute durch den Autoverkehr verursacht werden, könnten um bis zu 94 Prozent reduziert werden, erklären Forscher des Lawrence Berkeley National Lab, die sich mit dem Umweltvorteilen autonom fahrender Autos beschäftigt haben. Gleichzeitig könnte der heutige Benzinverbrauch auf nahezu null reduziert werden, geht man davon aus, dass alle selbstfahrenden Autos nur noch rein elektrisch betrieben werden.

Hohe Auslastung reduziert kosten und schont UmweltDie Forscher erklären, dass dank der Möglichkeit, die Autos selbst fahren zu lassen, eine enorm hohe Auslastung der Fahrzeuge möglich sei - das reduziert die Kosten je Fahrgast. So könnten selbst heutige, relativ teure Elektroautos dank Selbstfahrfunktion derart ausgelastet werden, dass sie pro Kilometer ähnlich günstig sind wie "normale" Autos mit Verbrennungsmotor (hier geht es zum Originalartikel, veröffentlicht im Journal Natuer Climate Change).

Die Forscher erklären, dass eine Flotte selbstfahrender Autos, die lediglich eine Größe von 15 Prozent des heutigen Autobestand in den USA hat, ausreichen würde, um den aktuellen Bedarf an Autotransporten zu decken.

85 Prozent weniger Autos und trotzdem jederzeit von A nach B kommen? Klingt unmöglich, könnte aber dank verschiedener Vorteile autonom fahrender Autos möglich sein: selbstfahrende Elektroautos könnten im Prinzip rund um die Uhr im Einsatz sein, kein "Chauffeur" muss bezahlt werden und dank des Elektroantriebs sind die Betriebskosten relativ gering.

Akku leer? Ein neuer Wagen kommt, der alte fährt zum AufladenGleichzeitig könnte die Autonomie der Autos dafür sorgen, dass Fahrgäste immer einen vollgeladenen Wagen haben. Sollte sich die Batterieladung eines autonomen Stromers doch einmal dem Ende neigen, steigt der Fahrgast einfach auf einen anderen Wagen um, der Stromer mit den leeren Akkus fährt dann selbstständig zur nächsten Stromtankstelle.

Auch erklären die Forscher, dass Kosteneinsparungen durch den richtigen "Fit" des Autos auf die Ansprüche des Fahrgastes möglich seien. Will dieser alleine reisen, kommt ein dementsprechend kleines Auto angefahren, für Trips mit der ganzen Familie kommt der Minivan zum Einsatz, erklären die Forscher auf PopularScience.com. Kein Wunder, dass der Fahrdienst "Uber" bekanntgegeben hat, Teslas erste Jahresproduktion an selbstfahrenden Autos komplett aufkaufen zu wollen.

So dürften Verfechter von selbstfahrenden Autos schon bald Unterstützung von umweltbewussten Autofahrern bekommen, die in der neuen Technik einen Ausweg aus der Zwickmühle "teurer, sauberer Stromer" vs. "günstige Dreckschleuder Benziner" sehen.

Bleibt die Frage, inwieweit wir das Autolenkrad loslassen wollen, sei es auch der Umwelt zur Liebe. Die Technik dürfte jedenfalls schon bald so weit sein. VW testet, ebenso wie andere Autobauer, bereits unterschiedliche Systeme zum autonomen Fahren und auch Googles selbstfahrender Stromer soll noch diesen Sommer durch den Straßenverkehr von Texas rollen.

Und auch Startups haben das Potential des fahrerlosen Autos erkannt: beim Unternehmen Cruise Automation kann man für gut 10.000 US Dollar (rund 7.300 Euro) ein Nachrüstekit erwerben, dass aus jedem Auto einen "Selbstfahrer" machen soll.

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