Klimaanlage: Eis kühlt in Los Angeles jetzt Häuser

Klimaanlage: Eis kühlt in Los Angeles jetzt Häuser

von Wolfgang Kempkens

Das Unternehmen Ice Energy hat eine pfiffige Technik entwickelt, Gebäude zu kühlen – und Energie über Nacht zu speichern.

Eisbären statt Batterien – man kann elektrische Überschussenergie auch anders speichern als üblich. Das meint jedenfalls das kalifornische Unternehmen Ice Energy. In seinen Ice Bear genannten Anlagen kühlt es nachts Wasser ab, bis es gefriert. Das lohnt sich, weil Strom dann im Überfluss vorhanden und billig ist. Der Eisbehälter ist mit der Klimaanlage des Bürogebäudes gekoppelt, auf dessen Dach er steht (siehe Aufmacherbild). Tagsüber, wenn die kalifornische Sonne brennt, strömt die nachts gespeicherte Kälte in die Büros.

Jeder Eisbär hat einen Tank mit knapp 2000 Liter Wasser, aus dem etwa ebenso viel Eis wird. Durch das Reservoir mäandern Rohre, die nachts Kälte aus der Kältemaschine einleiten. Tagsüber strömt dann warme Luft durch die Rohre, um sie zu kühlen und dann in die Gebäude und Räume zu bringen.

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Stromverbrauch wird vom Tag in die Nacht geschobenTypischerweise fordert die Klimaanlage täglich sechs Stunden lang Kälte aus dem gespeicherten Eis an, das sich in Wasser zurückverwandelt, um in der darauf folgenden Nacht wieder zu Eis zu werden. Nach Schätzungen gehen 60 Prozent des Stromverbrauchs von Bürogebäuden im sonnigen Kalifornien für die Klimatisierung drauf. Gerade Windenergie könnte so nachts gespeichert werden, um am Tag Verwendung zu finden.

Das Unternehmen Ice Energy hat in seiner Fabrik eine Produktionskapazität von zehn Megawatt pro Monat. Das entspricht 1000 der Eisbär-Anlagen. Rund 2500 hat der kalifornische Stromversorger Southern California Edison jetzt für 17 Kunden geordert. Sie sollen auf die Dächer von Bürogebäuden im Raum Los Angeles gesetzt werden.

Über das finanzielle Volumen des Vertrags will James White, amtierender CEO von Ice Energy, nicht sprechen. Aber das Unternehmen verdient nicht nur am Kauf der Anlagen, sondern sorgt auch für den Betrieb während der erwarteten Lebensdauer von 20 Jahren.

Mit dem Ice Bear sparen die Gebäudebesitzer zwar Geld, aber keine Energie ein. Für Stromversorger ist das System dennoch attraktiv, weil es Verbrauchsspitzen vermeidet, Kraftwerke also seltener hochgefahren oder gedrosselt werden müssen.

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