Konkurrenz für Teslas Powerwall? Das kann E.Ons Stromspeicher Aura

Tech: Konkurrenz für Teslas Powerwall? Das kann E.Ons Stromspeicher Aura

von Robyn Schmidt

E.On will mit einem eigenen Stromspeicher Teslas Powerwall die Stirn bieten.

Der Frühling kommt, die Sonne traut sich immer länger aus den Wolken hervor - Besitzer von Solaranlagen freut es. Doch was, wenn die Sonne mal wegbleibt? Solarspeicher helfen. Sie legen ein Strompolster an und machen es so für Eigenheimbesitzer möglich, mit umweltfreundlichem Sonnenstrom zu arbeiten, wenn dessen Erzeuger sich schon wieder zurückgezogen hat.

Modelle gibt es mittlerweile einige auf dem Markt. Im April geht nun auch E.On mit einem Speicher für Solarstrom an den Start. Wir schauen ihn uns einmal genauer an.

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Ende Februar dieses Jahres wurde die erste Powerwall von Tesla in Deutschland installiert, mit dem Speicher E.On Aura will der deutsche Energiekonzern der amerikanischen Firma jetzt Konkurrenz machen. Bei der Entwicklung hat E.On mit dem Dresdener Unternehmen Solarwatt zusammengearbeitet. Die Sachsen hatten im vergangenen Jahr mit MyReserve bereits einen eigenen Stromspeicher an den Markt gebracht und so basiert Aura auch auf MyReserve und bietet überwiegend ähnliche Features - doch auch einige Unterschiede.

Aura hat ein Basismodul mit einer Speicherkapazität von 4,4 Kilowattstunden, kann allerdings mit zusätzlichen Batteriemodulen flexibel bis auf elf Kilowattstunden erweitert werden. Verbaut sind - wie bei Teslas Powerwall - Lithium-Ionen-Batterien, die einen Wirkungsgrad von rund 93 Prozent haben.

100 Prozent abrufbare LeistungDer große Unterschied zwischen Aura und MyReserve liegt in der abrufbaren Leistung. Die gibt an, wie viel Leistung der Speicher in einem Moment liefern kann. Benötigt ein Gerät also mehr Leistung, als der Speicher liefern kann, funktioniert es nicht. Bei MyReseve liegt die abrufbare Spitzenleistung zwischen zwei Kilowatt bei 4,4 Kilowattstunden Kapazität und 3,5 Kilowatt bei elf Kilowattstunden Kapazität. Dabei muss man allerdings bedenken, dass diese Werte nur bei 30-sekündigem Betrieb erreicht werden können. Im Dauerbetrieb liegen sie eher bei jeweils 1,5 und 3 Kilowatt.

Bei Aura dagegen beträgt die abrufbare Leistung 100 Prozent, sie entspricht also der Kapazität des Speichers. Ob das allerdings so ein Riesenvorteil ist, sei dahin gestellt. Die meisten Haushaltsgeräte kommen nämlich mit weniger als 3,5 Kilowatt aus. Immerhin schlägt Aura damit auch Teslas Powerwall, die nach Herstellerangaben bis zu 3,3 Kilowatt leisten kann.

Aura hat eine Entladetiefe von 100 Prozent. Das heißt, der Speicher kann vollständig geleert werden und man kann allen darauf gelagerten Strom auch tatsächlich benutzen. Die Lebensdauer soll über 4000 Ladezyklen betragen, der Speicher könne damit 20 Jahre eingesetzt werden, sagt E.On Sprecher Stefan Moriße. Unabhängig von den Zyklen gibt es auch eine feste Garantie von zehn Jahren. Mit dem Speicher bekommt man eine App, die dessen Aktivität überwacht.

Kann Aura mit Teslas Powerwall mithalten?Im Vergleich mit Tesla bietet Aura vor allem Flexibilität. Die Kapazität einer Powerwall ist fix bei rund sechs Kilowattstunden. Erst vor wenigen Tagen hat das Unternehmen bestätigt, dass es die zehn Kilowattstunden Version aus dem Programm genommen hat und nur noch das 6,4-kWh-Modell verkauft. Von diesem lassen sich allerdings mehrere nebeneinander installieren.

Die restlichen Eigenschaften wie Wirkungsgrad und Entladetiefe sind ähnlich wie bei Aura. Bei den Ladezyklen gibt Tesla 5000 an, wäre damit leicht im Vorteil. Bei der abrufbaren Leistung hingegen läge, wie oben geschrieben, die deutsche Konkurrenz vorne.

Ein entscheidender Faktor ist also vermutlich der Preis. Die Powerwall kostet inklusive Wechselrichter, der bei dem von Elon Musk beworbenen Preis von 3000 Dollar nicht eingerechnet ist, wohl bei mindestens 4200 Euro. Wobei die ersten Angebote, die öffentlich werden (und damit etwas teurer sein dürften), eher auf Preise oberhalb von 6000 Euro schließen lassen. Für Aura nennt E.On noch keinen genauen Preis, spricht aber vom "mittleren vierstelligen Bereich". Zum Vergleich: Das kleinste MyReserve-Modell mit 4,4 kWh gibt es ab 5499 Euro, Aura wird vermutlich in einem ähnlichen Bereich liegen. Im Vergleich des Preises pro Kilowattstunde hätte Tesla damit noch einen hauchdünnen Vorsprung.

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