Kooperation mit Panasonic: Tesla fährt weiter Richtung Massenmarkt

Kooperation mit Panasonic: Tesla fährt weiter Richtung Massenmarkt

von Felix Ehrenfried

Mit einer Fabrik im XXL-Format will Tesla die Batterie-Preise drücken. Der japanische Panasonic-Konzern soll die Akkus fertigen.

Für viele Autofahrer ist es der kritische Faktor, der sie vom Kauf eines Elektroautos abhält: Die Reichweite ist für längere Distanzen zu gering. Denn bis auf das Model S der Stromerschmiede Tesla schafft kaum ein Wagen mehr als 150 Kilometer bevor er an die Steckdose muss. Das weckt bei vielen Autofahrern die Angst, irgendwo mit dem Stromer liegenzubleiben, die nächste Ladestelle kilometerweit entfernt.

Gleichzeitig kosten Elektroautos noch verhältnismäßig viel. Wo für einen Kleinwagen mit Verbrennungsmotor rund 10.000 Euro fällig werden, zahlt man für das Pendant mit E-Antrieb locker das Doppelte. Grund für diesen Preisunterschied ist vor allem die Batterie, die immer noch relativ teuer ist, gleichzeitig aber verhältnismäßig wenig leistet.

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Um das zu ändern, hat sich Tesla ein Schwergewicht aus der Elektrobranche ins Boot geholt. Wie das Magazin Businesswire schreibt, plant Tesla den Bau einer "Gigafabrik" für Batterien und kooperiert dabei mit dem japanischen Technikriesen Panasonic. Entstehen soll die Fabrik in den USA, ein genauer Ort ist bisher nicht bekannt.

Günstigere Stromerbatterien für mehr AutosZiel der Kooperation sei, so Tesla und Panasonic, durch ein riesiges Herstellungsvolumen die Preise für Stromer-Batterien kontinuierlich zu reduzieren und gleichzeitig genug Produktionskapazität zu bieten, um einer wachsenden Nachfrage gerecht zu werden.

Denn Tesla und dessen Chef Elon Musk streben ein kühnes Ziel an: Nachdem sie mit dem Model S einen Stromer der Spitzenklasse auf den Markt gebracht haben, soll Anfang 2015 das Model X, ein Elektrowagen im SUV-Kostüm, auf den Markt kommen. Der eigentliche Coup soll allerdings erst danach folgen.

Musk will ein Elektrofahrzeug auf den Markt bringen, das preislich auf dem Niveau heutiger Kleinwagen liegt, somit für einen Großteil heutiger Autobesitzer erschwinglich sein soll. Sollte er sein Ziel verwirklichen können, ist von einer riesigen Nachfrage auszugehen, die eine entsprechende Produktion an Batterien benötigt.

Diese sollen dann in der Megafabrik von Tesla und Panasonic gefertigt werden. Dabei setzen die beiden Unternehmen auf Batterien mit Lithium-Ionen-Technik. Diese sind, im Vergleich zu klassischen Bleiakkus, zwar wesentlich leistungsstärker und leichter, kosten bisher allerdings auch deutlich mehr.

Nach Angaben von Businesswire soll Tesla den Bau und das Management der Fabrik übernehmen, eine Hälfte der geplanten Fabrikfläche belegt Panasonic zur Herstellung der Batterien. Die andere Hälfte sollen andere Tesla-Partner nutzen, die die Batterien zu fertigen Akkupacks zusammenbauen, die direkt in die Autos eingesetzt werden können.

Tesla und Panasonic wollen in ihrer Fabrik bis spätestens 2020 jährlich Batteriezellen mit einer Leistung von 35 Gigawattstunden und Akkupacks mit 50 Gigawattstunden produzieren - das ist mehr Kapazität als in allen derzeit bestehenden Akku-Fabriken zusammen. Die Anlage soll rund 6.500 neue Arbeitsplätze bieten.

E-Autofans sind begeistertMit der Kooperation hat Tesla einen entscheidenden Schritt getan, den Markt für E-Autos weiter aufzurollen. Elon Musk scheint die Batterietechnik und deren Kosten als Schlüsselelement für einen Erfolg von Stromern am Massenmarkt zu sehen. Damit dürfte er Recht haben, erklären doch Automarkt-Experten, Stromer seien bisher noch "zu teuer für das, was sie leisten".

Günstigere Batterien, die gleichzeitig leistungsfähiger sind, könnten da die Kehrtwende bewirken. Mit Panasonic hat Tesla außerdem einen Partner an seiner Seite, der zum einen Erfahrung in der Batterietechnik mitbringt, gleichzeitig mit einem Jahresumsatz im mehrstelligen Milliardenbereich genügend Schlagkraft hat, um solch ein Megaprojekt konsequent durchzusetzen.

Gleichzeit sendet die Kooperation eindeutige Signale: Ein renommiertes Unternehmen wie Panasonic glaubt an den Erfolg von Elektroautos im Massenmarkt. In den E-Autoforen frohlockt man jedenfalls über die Kooperation. Darin freuen sich Autofans, dass Tesla unbeirrt das "Richtige für die Weiterentwicklung des Elektromobils" mache.

Dort ist auch zu lesen: Von so einem Engagement und dieser zukunftsgewandten Ausrichtung könnten gerade deutsche Autobauer noch viel lernen.

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