Kopenhagen: Sieht so Bikesharing der Zukunft aus?

Kopenhagen: Sieht so Bikesharing der Zukunft aus?

von Felix Ehrenfried

In der dänischen Hauptstadt gibt es bald das wohl modernste Bikesharing-System der Welt. Wie es funktioniert, das lesen Sie hier.

Auch wenn Kopenhagen laut einer aktuellen Untersuchung nicht die europäische Fahradhauptstadt ist: Die Dänen wollen im kommenden Herbst ein Bikesharing-System installieren, das weltweit seinesgleichen sucht. So soll in Kopenhagen ein Fahrradverleihsystem aufgebaut werden, das erstmals die Möglichkeiten der modernen Kommunikation voll ausschöpft.

Möglich macht das ein Tablet-Computer, der auf dem Lenker der Leihfahrrades installiert ist. Über das Tablet lässt sich das Fahrrad entsperren, die Reise mit dem Drahtesel bezahlen und man kann aktuelle Fahrpläne von Bus und Bahn anzeigen - so lassen sich alle Verkehrsmittel perfekt miteinander kombinieren. Der kleine Computer am Lenker wird damit zur Schaltzentrale eines vernetzten Verkehrskonzepts.

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Die App, die auf dem Tablet läuft, kann sich auch jeder Nutzer für sein eigenes Smartphone runterladen. Mit dessen Hilfe lassen sich dann schnell und unkompliziert die nächsten verfügbaren Bikes anzeigen und gleich bezahlen. Der Service mit dem Namen Cycle DK soll ab Herbst in ganz Kopenhagen und deren eingegliederten Gemeinde Frederiksberg verfügbar sein.

Ab Herbst sollen dann 1260 Fahrräder an 65 Stationen im ganzen Stadtgebiet verteilt verfügbar sein. Diese sind allesamt mit Tablet ausgestattet. So können Stadtbewohner in ihre Fahrten das Leihfahrrad mit einplanen, vom Handy aus sogar vorher reservieren.

Cycle DK überzeugt und das aus mehreren Gründen. Zum einen ist die Integration eines Tablets sinnvoll, da so das Fahrrad zum Teil des öffentlichen Nahverkehrs wird und dabei seine Vorteile ausspielt. So könnte sich die morgendliche Fahrt zur Arbeit in den Stadtkern Kopenhagens ab Herbst wie folgt gestalten: Die Fahrt ins Zentrum geht per Bus und Bahn, unterwegs bucht der umweltbewusste Däne schon sein Fahrrad an der Ausstiegsstation vor, um schnell die letzten Meter zum Büro zurücklegen zu können.

Der Fahrradlenker wird zur SchaltzentraleDasselbe gilt für den Rückweg: Dank Infos vom Tablet weiß der Pendler, ob der Zug nach Hause pünktlich kommt oder er sich auf dem Weg wegen einer Verspätung Zeit lassen kann.

Neben dieser benutzerfreundlichen Komponente wirken die Fahrräder, die vom dänisch/niederländischen Unternehmen gobike hergestellt werden robust genug für den harten Stadtalltag und dennoch komfortabel genug, um auch längere Strecken damit zu fahren.

Außerdem sind die Abstellstationen für die Fahrräder einfach und stabil konzipiert. Der Nutzer schiebt das Fahrrad einfach in einen speziellen Ständer, der dann den Drahtesel absperrt und für den nächsten Radler online als "frei" meldet. Die Kosten für das Leihfahrrad sollen bei umgerechnet rund drei Euro je Stunde liegen, Vielfahrer können eine Mitgliedschaft für weniger als sieben Euro pro Monat kaufen.

Mit dem neuartigen Bike-Sharing-System zeigt Kopenhagen erneut, wie umweltfreundliche innerstädtische Fortbewegung, die Spaß macht, geht. Eine Frage bleibt allerdings noch zu klären: Wie sichert man empfindliche technische Geräte wie ein Tablet gegen Vandalismus und Diebstahl?

Hier noch ein Video über das Bikesharing-Konzept in Kopenhagen:

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