Kosten der Energiewende: 120 Milliarden Euro für Grünstrom

Kosten der Energiewende: 120 Milliarden Euro für Grünstrom

von Benjamin Reuter

Seit 2002 haben Betreiber von Ökostromanlagen rund 120 Milliarden Euro eingenommen. Doch die Zeit der Kostensprünge scheint vorbei.

In den vergangenen Wochen ist die Diskussion um die Kosten der Energiewende etwas in den Hintergrund gerückt. Aktuell streiten Experten und Politiker eher über die anhaltend starke Rolle der Kohlekraft in Deutschland, die die Klimaschutziele der Bundesregierung torpedieren könnte.

Dass die Kostendiskussion nun ganz aufhört, ist aber eher unwahrscheinlich. Denn neues Futter liefern Zahlen zu den Kosten der Energiewende, die aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Bundestagsfraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN vom 27. Dezember hervorgehen (hier als PDF).

Anzeige

Das Besondere daran: Das Dokument listet auf, was die Betreiber von Windrädern, Solarfeldern, Biogas- und Abfallgasanlagen, Wasser- und Erdwärmekraftwerken in den eizelnen Jahren seit 2002 über die Vergütung laut Erneuerbaren-Energien-Gesetz (EEG) verdient haben. Bisher musste man sich die Zahlen mühsam aus Studien heraus- oder im Internet zusammensuchen.

Und das sind die wichtigsten Zahlen aus dem Dokument:

- Seit Einführung des EEG im Jahr 2002 bis Ende 2013 wurden insgesamt 120 Milliarden Euro an Einspeisevergütung an die Betreiber von Erneuerbare-Energien-Anlagen ausgezahlt. Die vergütete Strommenge beträgt rund 837 Terawattstunden. Im Durchschnitt erhielten die Betreiber damit 14,3 Cent pro Kilowattstunde

- Für den hohen Betrag dürften vor allem die in den Anfangsjahren sehr hohen Vergütungen für Solaranlagen verantwortlich sein. Mittlerweile ist die Einspeisevergütung für Photovoltaikanlagen aber stark gesunken, was im vergangenen Jahr zu einem Einbruch bei der Installation führte.

- Wurden im Jahr 2002 noch 2,2 Milliarden Euro an die Betreiber von Grünstromanlagen gezahlt, waren es im Jahr 2007 schon 7,9 Milliarden und im Jahr 2013 22,9 Milliarden. 2012 waren es 21,1 Milliarden. Damit scheint die Zeit der Kostensprünge vorbei zu sein.

- 2002 wurden knapp 25 Millionen Megawattstunden Grünstrom ins Netz eingespeist, 2013 waren es 132 Millionen.

- In der Antwort der Bundesregierung auf die Anfrage werden auch die Kosten der Befreiung der Industrie von der EEG-Umlage aufgeschlüsselt. Betrugen diese im Jahr 2005 noch 400 Millionen Euro für knapp 300 Unternehmen waren es im Jahr 2013 4 Milliarden Euro für 1700 Unternehmen. Diese Kosten tragen alle Stromverbraucher über ihre EEG-Umlage.

- Den Anstieg der EEG-Umlage um knapp einen Cent von 2013 auf 2014 begründet die Bundesregierung folgendermaßen: Zu 44 Prozent gehe dieser auf die gesunkenen Preise an der Strombörse zurück, 40 Prozent des Anstiegs entfallen auf neue Ökostromanlagen und 15 Prozent auf die Befreiung weiterer Unternehmen von der Umlage. Damit deckt sich die Berechnung weitgehend mit einer Studie des Öko-Instituts vom Oktober 2013.

- Von 2012 auf 2013 erhöhte der Bau neuer Ökostromanlagen die EEG-Umlage um 43 Prozent.

Anzeige
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%