Kosten für Strom und Erdgas: 2015 könnte für Haushalte (etwas) billiger werden

Kosten für Strom und Erdgas: 2015 könnte für Haushalte (etwas) billiger werden

von Benjamin Reuter

Die EEG-Umlage könnte im kommenden Jahr leicht sinken. Auch beim Erdgas zeichnen sich niedrigere Preise ab.

Der Wirtschafts- und Energieminister Sigmar Gabriel (SPD) war im Herbst 2013 mit dem Versprechen angetreten, dass Strom in Deutschland künftig nicht mehr teurer wird. Als er dann im Frühjahr seinen Vorschlag für eine Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) präsentierte, der genau das erreichen sollte, war er aber selbst nicht mehr sicher, ob er sein Versprechen halten kann. Auf der Pressekonferenz bei der Präsentation der EEG-Reform in Berlin, sagte er: "Ob die EEG-Umlage sinkt, hängt vom Wetter im Sommer ab."

Nun scheint es aber tatsächlich so, dass die EEG-Umlage im kommenden Jahr sinken könnte, und damit auch der Strompreis – wenn auch nur sehr leicht. Das jedenfalls haben die Experten des Instituts für ZukunftsEnergieSysteme, IZES, im Auftrag der grünen Bundestagsfraktion (hier die Kurzstudie als PDF) in einer Untersuchung Ende Juli errechnet, die weitgehend unbeachtet blieb.

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Demnach wird die EEG-Umlage im kommenden Jahr zwischen 5,9 und 6,0 Cent pro Kilowattstunde betragen. Derzeit sind es 6,24 Cent. Einem Haushalt mit einem Verbrauch von 3500 Kilowattstunden könnte das 8,40 Euro im Jahr sparen. Das Öko-Institut schätzte die Umlage für 2015 im Mai auf einen Wert zwischen 5,8 und 6,2 Cent. Die Umlagenhöhe für das Folgejahr präsentieren die Übertragungsnetzbetreiber im Oktober.

Als seinen Verdienst kann sich Sigmar Gabriel diese Kleinstersparnis aber nicht anrechnen.

Die IZES-Experten sehen als Grund für die leichte Absenkung die hohen Prognosefehler in den vergangenen Jahren, die mittlerweile kleiner ausfallen. Vereinfacht gesagt: Die Netzbetreiber unterschätzten in der Vergangenheit den Zubau vor allem bei Fotovoltaikanlagen und überschätzten den Preis, den eine Kilowattstunde am Markt erlösen konnte. So häuften sich Nachzahlungen an, die auf die EEG-Umlage aufgeschlagen wurden. Diese verringern sich nun, folglich sinkt auch die EEG-Umlage. Auch der Zubau neuer Wind-, Solar- und Biomasseanlagen kann den Trend nicht umkehren.

Allerdings wird dieses Phänomen nicht von Dauer sein, glauben die IZES-Experten. Schon 2017 könnte sich der Zubau wieder in einer Erhöhung bemerkbar machen. Die Autoren folgern deshalb, dass die EEG-Novelle von Sigmar Gabriel "zu keiner direkten Entlastung" der Verbraucher führt.

Aber nicht nur beim Strom, sondern auch beim Erdgas können die Haushalte 2015 mit einer Entlastung rechnen. Immerhin haben 22 Gasanbieter für 36 Tarife schon die Preise gesenkt. Laut einer Auswertung des Verbraucherportals Preisvergleich.de spart das Haushalten im besten Fall rund 160 Euro pro Jahr. Auch der Ölpreis befindet sich derzeit wegen einer weltweit leicht stagnierenden Nachfrage nach Erdöl im Abwärtstrend.

Wie sich die Preise für Strom, Erdgas und Treibstoffe in den vergangenen Jahren entwickelt haben, zeigen diese Grafiken des Statistischen Bundesamtes (hier als PDF, zum Vergrößern anklicken):

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