Ländervergleich: Das sind die Ökostromchampions in der EU

 
Wegen dringender Wartungsarbeiten ist derzeit leider kein Login bei „Meine WiWo“ möglich. Als Folge stehen u.a. der Depotzugang und das Digitalpass-Angebot vorübergehend nicht zur Verfügung.
Wir bitten um Ihr Verständnis.

Ländervergleich: Das sind die Ökostromchampions in der EU

von Nina Diethelm

Welche Länder in Europa nutzen die meiste Energie aus Sonne, Wind und Wasser? Die Antwort überrascht.

Die Vision für die europäische Energieproduktion von morgen ist klar: Weg von fossilen Brennstoffen und der Kernenergie, hin zu erneuerbaren Energiequellen. Die ganze EU beschäftigt sich mit der Energiethematik – doch nicht alle schneiden gleich gut ab.

Während Portugal gerade als neues EU-Sorgenkind Schlagzeilen macht, ist das südeuropäische Land ein wahrer Ökostrom-Musterschüler: Ein Großteil des Stroms, den die Portugiesen zwischen Januar und März 2013 verbraucht haben, stammt aus erneuerbaren Energiequellen. Das winterlich regnerische und windige Wetter hat nämlich auch seine Vorzüge: Die portugiesischen Wasser- und Windkraftwerke haben im ersten Quartal dieses Jahres genügend Ökostrom produziert, um zusammen rund 64 Prozent des nationalen Strombedarfs zu decken.

Anzeige

Zudem konsumieren die Portugiesen seit 2010 jährlich weniger Strom: Zwischen 2010 und 2012 ist der Stromverbrauch um 6 Prozent gesunken, von Januar bis März 2013 im Vergleich zum Vorjahr nochmals um rund 2 Prozent - ein Ergebnis der wirtschaftlich miserablen Lage, in der das Land steckt.

Doch wie steht es im europäischen Vergleich? Mit aktuellen Zahlen lässt sich ein Ranking leider nicht aufstellen, denn die neuesten Werte bei der europäischen Statistikbehörde Eurostat stammen von 2011. Aber versuchen wir es damit:

Gemessen am nationalen Stromverbrauch, lag Portugal im Jahr 2011 mit einem Ökostromanteil von 44 Prozent nach Österreich und Schweden bereits an dritter Stelle. Wie Deutschland, Irland, Italien Spanien und Dänemark wurde auch in Portugal seit der Jahrtausendwende der Anteil von Strom aus Wasser, Wind, Sonne und Biomasse am nationalen Stromverbrauch massiv gesteigert.

Der Weg Richtung „100 Prozent erneuerbar“Bei anderen Ländern sieht die Bilanz weniger grün aus: In Slowenien, Rumänien, Finnland, Lettland und Österreich ist der Ökostromanteil gemessen am nationalen Stromverbrauch rückläufig. Das bedeutet natürlich nicht, dass diese Länder 2011 weniger erneuerbaren Strom produziert haben als zur Jahrtausendwende. Allerdings ist der nationale Verbrauch schneller gestiegen als der Ausbau der erneuerbaren Stromproduktion.

Deutschland, Irland, Italien, Spanien, Dänemark, Portugal und Schweden – all diese Länder haben gezeigt, wie man innerhalb von einem Jahrzehnt den Ökostromanteil steigern und teilweise mehr als verdoppeln kann.

Nun aber, so berichtete die EU-Kommission kürzlich an EU-Parlament und Ministerrat, droht der Ausbau zu stoppen: Zwar konnten aufgrund einer intensiven Zunahme der Erneuerbaren in den Jahren 2009 und 2010 fast alle EU-Staaten ihr Zwischenziel für 2010 erreichen oder sogar übertreffen. Seither aber stagnieren die Werte.

Die Flaute in der europäischen Wirtschaft könnte sogar dazu führen, dass einige Staaten bis 2020 hinter den Energiemix von 2010 zurückfallen - falls sie ihren Stromverbrauch nicht drosseln.

Und das sind die Zahlen der Top-12-Staaten im Einzelnen:

Anzeige
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%