Leitungen für neuen Strom: Karte zeigt Ausbau des Hochspannungs-Netzes

Leitungen für neuen Strom: Karte zeigt Ausbau des Hochspannungs-Netzes

von Wolfgang Kempkens

Was ist geplant, wo wird gebaut, wie sieht das deutsche Stromnetz aus? Eine neue Karte erklärt es.

Deutschlands Energielandkarte ändert sich, wenn auch nur langsam. Der Ausbau von Offshore-Windkraft vor deutschen Küsten lässt den Bedarf nach Leitungen weiter steigen.

Gleichstromleitungen sollen die Hauptlast übernehmen, Strom direkt vom Norden bis in den Süden transportieren - doch ihr Bau hat immer noch nicht begonnen. Die Anbindung besagter Offshore-Windparks hingegen ist im vollen Gange - zumindest im Wasser.

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Entwicklungen, die eine aktuelle Karte des Forums Netztechnik/Netzbetrieb (FNN) des Technik-Verbandes VDE übersichtlich aufzeigt. Hier wird auf einen Blick deutlich, welche Probleme Deutschland derzeit beim Stromtransport hat.

So gibt es nur eine Leitung zur Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung (HGÜ), die von den Offshore-Windparks deutlich weiter ins Inland führt - diese endet jedoch im Niemandsland südwestlich von Bremen. Von dort aus kann der Strom lediglich zurück in den Norden fließen. Eine Anbindung an südlichere Regionen existiert nicht:

Zu den größeren Bauvorhaben gehören 380.000-Volt-Leitungen, die Ostseestrom nach Berlin und Magdeburg transportieren. Eine weitere wird Richtung Polen gebaut, um mehr überschüssigen Windstrom exportieren zu können.

Eine Hochspannungs-Gleichstromübertragung zwischen dem Kreis Düren und der belgischen Stadt Lüttich soll den gleichen Zweck erfüllen. ALEGrO, wie die neue Strombrücke heißen soll, ist allerdings noch in der Planungsphase. Geplant ist, sie in Form von Erdkabeln zu errichten. Sie hat eine Übertragungsleistung von 1000 Megawatt und könnte nach Stilllegung des letzten deutschen Kernkraftwerks 2022 auch belgischen Atomstrom nach Deutschland transportieren.

Windenergie ins RuhrgebietZu den wichtigsten Bauvorhaben gehören Nord-Süd-Verbindungen zwischen dem Emsland beziehungsweise Bremen und dem Ruhrgebiet. Diese 380.000-Volt-Leitungen sollen Windstrom transportieren. Eine weitere wichtige Verbindung ist die zwischen dem Raum Braunschweig-Peine und dem Raum Bebra. Eine direkte Anbindung an die Offshore-Windproduktion ist jedoch nicht vorgesehen.

Für den Fall, dass im Ruhrgebiet mehr Windstrom ankommt als verbraucht wird, entsteht eine Hochspannungsverbindung zwischen Dortmund und dem Norden von Rheinland-Pfalz. Von dort gibt es zwei Verbindungen Richtung Süden.

Der Ausbau der 220.000-Volt-Leitung zwischen Koblenz und Bitburg hat mit Offshore-Strom nichts zu tun. Bis 2019 soll sie für 380.000 Volt ertüchtigt werden. In der westlichen Eifel endet eine Leitung aus Luxemburg, sodass das kleine Herzogtum besser ans deutsche Hochspannungsnetz angekoppelt wird.

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