Liveblog: Die Präsentation des BMW i3 in London

Liveblog: Die Präsentation des BMW i3 in London

von Jürgen Rees

BMW präsentiert sein erstes Elektroauto i3 und wir sind live dabei. Wirtschaftwoche-Redakteur Jürgen Rees berichtet von der Vorstellung in London.

Heute stellt BMW zeitgleich in New York, London und Peking sein erstes Elektroauto  i3 der Weltöffentlichkeit vor. Dabei wird viel von technischen Revolutionen die Rede sein. Denn selten ist ein Konzern eine solche Milliardenwette eingegangen: Um Elektroautos möglichst leicht zu bauen, setzt der Münchner Autobauer als einziger Hersteller der Welt auf Karossen aus Karbon.

Das Material wurde bisher hauptsächlich im Flugzeugbau verwendet -  nun wollen die Bayern den anspruchsvollen Werkstoff zum ersten Mal im Automobilbau in einer Serienfertigung verwenden. Es macht die Karosserie um rund 300 Kilogramm leichter als einen normalen Kompaktwagen. Rund 35 000 Euro soll der knapp vier Meter lange Wagen kosten.

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Was den i3 sonst noch auszeichnet, was Sie von der Präsentation in London wissen sollten und wie das neue Elektroauto ankommt, berichtet WiWo Green live aus London. WirtschaftsWoche-Redakteur Jürgen Rees ist für uns vor Ort:

+++ 12.16 Uhr: Zur automobilen Revolution geht es nicht über einen roten, sondern über einen blauen Teppich. Parallel zur Themse führt er in das altehrwürdige Gebäude Old Billingsgate. Im Saal, in dem gleich die Weltpremiere des BMW Elektroautos i3 stattfindet, hängt ein riesiger Bildschirm an der Wand. Darunter steht als Gerippe die Karosserie des i3 aus dem super leichten karbonfaserverstärkten Kunststoff. Der Saal füllt sich. Gleich geht es los.

+++ 12.35 Uhr: Mit ein paar Minuten Verspätung geht es los. Gleichzeitig in London, New York und Peking. Gerade London symbolisiere die Herausforderungen urbaner Mobilität: Sie ist die am schnellsten wachsende Stadt in Europa. Die Folge: verstopfte Straßen, City-Maut. Der i3 soll helfen zumindest ein paar der Probleme zu lösen. Um die Spannung auf das Auto zu steigern, sehen wir, nein nicht das Auto, sondern Designer und Marketing-Leute. Große Worte fallen. Die Mobilität ändere sich, sogar die ganze Welt.

+++ 12.50 Uhr: Nachhaltigkeit ist das große Versprechen. Im Vergleich zum BMW 118 Diesel setzt der i3 50 Prozent weniger des klimaschädlichen Gases Kohlendioxid CO2 frei - wenn die Akkus des Elektroautos mit Strom aus Sonne, Wasser oder Wind geladen werden.

+++ 13.04 Uhr: Warum wir den i3-Stromer brauchen, haben wir jetzt erfahren. Erdöl wird wie alle fossilen Brennstoffe knapp und teuer, der Abgasausstoß muss reduziert werden, damit die Städte nicht im Dreck ersticken. Mobilität muss umweltfreundlicher werden und trotzdem individuell bleiben.Nein, das Auto sehen wir immer noch nicht. Jetzt geht es erst mal zum Mittags-Imbiss. Wahrscheinlich befürchtet BMW, dass die Gäste aus vielen Ländern die Revolution mit leerem Magen nicht wirklich würdigen können. :)

+++ 14.00 Uhr: Rucola mit Bohnen, Minze mit Apfelessig und Parmesan. Natürlich gab es auch Fish and Chips. Die dicken Pommes waren zwar ziemlich fettig, dafür war der Fisch frisch und lecker. Kein Wunder, denn in der Nähe ist der Billingsgate Market - der größte Fischmarkt in Großbritannien. Von hier kommen 99 Prozent  des Fisches aller fish and chips-Buden in London. In 15 Minuten  geht's weiter, dann endlich mit dem neuen i3-Stromauto. Die Spannung steigt.

+++ 14.15 Uhr: Mit blauem seidig glänzenden Tuch ist der Wagen verhüllt. Er steht leicht erhöht. Dahinter wieder ein mehrere Meter hoher Bildschirm. Davor sitzen und stehen Neugierige. Ein wenig wirkt die Inszenierung wie ein Altar auf dem ein Auto dargeboten wird.

+++ 14.20 Uhr: Das Licht geht aus. Wummernde Bässe heischen nach Aufmerksamkeit. Ian Robertson, BMW Marketing-Chef betritt die Bühne. Er lobt das einmalige Konzept des Elektroautos mit leichter Karbonkarosse und neuen Diensten für die Kunden. Dazu zählt etwa der Servicemitarbeiter, der kommt wenn der Akku unterwegs einmal leer sein sollte.Jetzt kommt Herbert Diess, BMW-Entwicklungsvorstand auf die Bühne. Derweil wird es international: die Techniker schalten New York und Peking per Bildschirm zu. Um die Spannung zu steigern, läuft ein Countdown.

+++ 14.30 Uhr: Aus New York beschwört BMW-Chef Norbert Reithofer den Beginn einer neuen Ära. Im chinesischen Beijing steht Produktionsvorstand Harald Krüger, lobt die neue Produktion und spannt die Gäste weiter auf die Folter. Nach fünf Jahren Entwicklung ist das Ergebnis jetzt zu sehen: Kinder drücken auf eine Fernbedienung, weißer Rauch steigt auf die Bühne. Ein orangener i3 ist in London zu sehen. Eine perfekte Inszenierung.

+++ 14.50 Uhr: Herbert Diess, BMW-Entwicklungsvorstand macht klar: der BMW i3 ist erst der Auftakt. Nächstes Jahr folgt der Hybrid-Sportwagen i8. Zudem hat sich BMW die Rechte an den Namen i1 bis i8 sichern lassen.

+++ 15.00 Uhr: Marketing Chef Ian Robertson betont, dass BMW mit dem i3 kein Nischenanbieter sein, sondern eine wichtige Rolle spielen will. Eine Kampfansage an Tesla & Co. Und: "Wir verdienen von Anfang an Geld."

+++ 15.08 Uhr: Jetzt ist die Fragezeit beendet. Alle können das Auto aus der Nähe besichtigen. Aber ruckzuck ist es von einer Menschentraube umringt. Die Ersten sitzen im Wagen.

+++ 15.35 Uhr: Die Weltpremiere ist zu Ende - ohne sichtbare Panne. Dass es in London regnet und stürmt gehört ja dazu, dafür kann BMW nichts. Jetzt scheint an der Themse immerhin wieder die Sonne.Auch wenn sich alles um Strom für den i3 dreht - Steckdosen sind in dem Gebäude Mangelware. Drinnen und draußen gehen die Diskussionen weiter. Muss ich solch ein Auto haben? Welches Risiko geht BMW mit dem Stromer i3 ein? Erkämpfen die Bayern sich mit der Karbonkarosse einen technischen Vorteil, der die Konkurrenz auf Jahre hin auf Abstand hält? Oder ist es eine Wette auf die Zukunft an deren Ende ein Milliarden Euro Verlust steht?Es wird spannend. Im November kommt der i3 auf den Markt, der Wagen kann ab jetzt bestellt werden.

Für den Liveblog bei WiWo Green ist aber noch nicht Schluss. In den nächsten Stunden halten wir Sie mit den spannendsten Fakten zum i3 auf dem Laufenden.

+++ 16.00 Uhr: 170 PS hat der i3 unter der Haube. Höchstgeschwindigkeiten von bis zu 150 Kilometer pro Stunde sind damit möglich. Von Null auf Hundert schafft es der Stromer in weniger als acht Sekunden.

+++ 16.30 Uhr: Herz des i3 ist ein 22 Kilowattstunden leistungsfähiger Lithium-Ionen-Akku. Das reicht laut BMW für 130 bis 200 Kilometer an Reichweite. An einer normalen Haushaltssteckdose lädt sich das Elektroauto in acht Stunden wieder voll auf, an einem Schnellladegerät mit Combined Charging Schnittstelle in zwanzig Minuten zu 80 Prozent. Problem: Das Netz der Ladesäulen ist bisher nur spärlich ausgebaut.

+++ 17.00 Uhr: Wem die Reichweite zu gering ist, der kann sich für 5.000 Euro einen Reichweitenverlängerer kaufen. Dieser ist 34 PS-starker, 650 Kubikzentimeter großer Zweizylinder-Motor, der über einen Generator Energie für den Akku produziert. Mit ihm soll dir herkömmliche Reichweite auf 320 Kilometer erweitert werden.

+++ 17.30 Uhr: Auch ohne Zusatzmotor ist BMW von seinem Akku überzeugt. Acht Jahre Garantie beziehungsweise 100.000 Kilometer Garantie gibt der Hersteller auf seine Batterie.

Das war's an dieser Stelle von unserem Liveblog aus London zur Präsentation des ersten BMW Elektroautos i3. Was für ein Tag! Vielen Dank für Ihr Interesse und bis bald auf WiWo Green.

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