Megaprojekt: Sechs Gezeitenkraftwerke in Großbritannien geplant

Megaprojekt: Sechs Gezeitenkraftwerke in Großbritannien geplant

von Benjamin Reuter

Das Unternehmen Tidal Lagoon Power will sechs große Gezeitenkraftwerke errichten – für rund 43 Milliarden Euro.

In Großbritannien schreiten die Planungen für die größten Gezeitenkraftwerke der Welt voran. Das britische Unternehmen Tidal Lagoon Power stellte kürzlich seine Pläne vor, um mit insgesamt sechs Großkraftwerken vor der britischen Westküste die Wasserströmungen bei Ebbe und Flut in Elektrizität zu verwandeln.

Möglich machen sollen das künstlich angelegte, mehrere Kilometer lange Mauern im Meer, die mit Turbinen ausgerüstet sind.

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Vier der Kraftwerke sollen in Wales entstehen, zwei in England. Das Kraftwerk in der walisischen Swansea Bay ist schon länger in Planung und am weitesten fortgeschritten (wir berichteten).

Derzeit erwartet das Projekt in der Swansea Bay noch die Freigabe der Behörden. Der rund eine Milliarde Pfund (rund 1,4 Milliarden Euro) teure Bau soll dauerhaft 155.000 Haushalte mit Strom versorgen und eine Leistung von rund 100 Megawatt haben (mehr Details hat die BBC).

Günstiger als AtomkraftZwar sei die Elektrizität bei diesem ersten Projekt mit 16,8 Pence pro Kilowattstunde noch teurer als zum Beispiel bei Offshore-Windparks oder neuen Atomkraftwerken, räumen die Lagunen-Planer ein.

Aber schon beim dritten von sechs Projekten könne man die Kilowattstunde Strom für neun Pence (rund 13 Eurocent) anbieten, vorausgesetzt die feste Vergütung fließe über 35 Jahre. Danach erzeugt die Lagune quasi umsonst Strom.

Dieser Wert liegt leicht unter den 9,2 Pence, die das neue britische Atomkraftwerk Hinkley Point als Vergütung erhält. Auch der britische Energieminister Edward Davey will die Lagunen-Kraftwerke unterstützen.

Die geplanten Lagunen könnten mit einer Gesamtinvestition von rund 30 Milliarden Pfund (rund 43 Milliarden Euro) acht Prozent des britischen Stromverbrauchs decken, glauben die Planer. Der Vorteil der Anlagen: Sie liefern im Schnitt 14 Stunden am Tag verlässlich Strom und sind vom Wetter weitgehend unabhängig.

Gefahr für FischeTidal Lagoon Power rechnet damit, dass die Kraftwerke rund 120 Jahre halten werden. Sogar Umweltschützer unterstützen die Projekte, wenn dafür klimaschädliche Kohlekraftwerke vom Netz gehen.

Das Unternehmen gibt zwar zu, dass einige Fische in den Turbinen verenden könnten. Insgesamt würden die Tiere aber profitieren, weil mit den Seemauern künstliche Riffe entstünden, an denen sich Meereslebewesen ansiedeln könnten.

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