Mit Wärmespeicher und Solarstrom: Deutsche Bahn baut Öko-Wartungshalle

Mit Wärmespeicher und Solarstrom: Deutsche Bahn baut Öko-Wartungshalle

von Wolfgang Kempkens

In Köln entsteht für den ICE die wohl umweltfreundlichste Wartungshalle der Welt.

Die Deutsche Bahn (DB) baut in Köln die weltweit wohl umweltverträglichste Wartungshalle für alle Baureihen des Hochgeschwindigkeitszuges ICE. Energie zum Kühlen und Heizen sowie Strom werden mit Hilfe von Sonne und Erdwärme beziehungsweise Erdkälte gewonnen.

Wenn es aber doch mal zu einem Stromengpass kommt hilft DB Energie mit grünem Strom aus. Die Bahntochter kauft Kontingente von Wind- und Solarstromerzeugern an, die in das Oberleitungsnetz und künftig auch in die grüne Wartungshalle eingespeist werden.

Anzeige

Die Basisversorgung mit Strom übernehmen 1.442 Solarmodule auf dem Dach der Halle mit einer Spitzenleistung von 375 Kilowatt. DB Energie wird allerdings regelmäßig Strom liefern müssen, weil die Wartungsarbeiten vor allem nachts stattfinden. Pufferbatterien sind nicht vorgesehen.

Klimakälte im Sommer und Wärme im Winter bezieht die Halle aus der Erde. Zehn Brunnen liefern 12,5 Grad Celsius kaltes Wasser, das in die Klimaanlage des Werkes geleitet wird. Damit ist sichergestellt, dass die Innentemperatur selbst im Hochsommer nicht übermäßig ansteigt.

Im Winter und an sonstigen kühlen Tagen hieven vier Wärmepumpen, die mit Solarstrom betrieben werden, das Grundwasser auf ein höheres Niveau, sodass es zum Heizen und zur Warmwasserbereitung genutzt werden kann. Ein 450.000-Liter-Pufferbehälter mit Warmwasser sorgt dafür, dass die Halle auch nachts nicht auskühlt. Um Lärmbelästigungen für die Anwohner gering zu halten werden die Lärmschutzwände verbessert.

Der Bau der Halle mit vier jeweils 400 Meter langen Gleisen kostet rund 220 Millionen Euro. Ende 2017 soll sie in Betrieb gehen. Es entstehen 400 neue Arbeitsplätze. Bis zu 20 Züge können pro Nacht gewartet werden. Dazu zählt die Innenreinigung einschließlich Entleerung der Fäkalienbehälter, das Auffüllen von Frischwasser und die Außenreinigung. Dazu kommen technische Wartung und Reparaturen.

Für einige Tierarten ist der Neubau auf dem ehemaligen Güterbahnhofsgeländeallerdings keine reine Freude, meldet der Westdeutsche Rundfunk. Zauneidechsen und Kreuzkröten, die dort eine Heimat gefunden haben, müssten umgesiedelt werden.

Anzeige
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%