Mobile Solarkraftwerke: Deutsche Investoren finanzieren Strom für Mali

Mobile Solarkraftwerke: Deutsche Investoren finanzieren Strom für Mali

von Wolfgang Kempkens

Für die Stromversorgung in Mali sollen mobile Solarkraftwerke zum Einsatz kommen.

Ein Kraftwerk zu bauen, das dauert Monate, vielleicht Jahre – je nach Typ. Eine Ausnahme machen Solarkraftwerke. Das Eschborner Unternehmen Mobile Solarkraftwerke Afrika will, wie der Name verrät, Solaranlagen bauen, die sich innerhalb weniger Stunden auf- und wenn nötig wieder abbauen lassen.

Derzeit sammelt das Unternehmen Geld von Kleinanlegern ein, die acht Jahre lang 7,25 Prozent Zinsen bekommen und zum Schluss ihre Einlage zurückerhalten sollen. 114 Investoren haben seit dem 20. April fast 70.000 Euro eingezahlt. Bis zum Sommer sollen rund 350.000 Euro zusammenkommen.

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Das würde reichen, um ein entsprechendes Projekt in Mali zu starten. Das Eschborner Unternehmen, geleitet vom gebürtigen Kameruner Charlie C. Njonmou, hat bereits ein mobiles Solarkraftwerk finanziert, das im Dezember 2015 in Betrieb ging. Dieses versorgt seitdem das malische Dorf Mourdiah mit Strom. Bisher war dafür ein Dieselgenerator zuständig.

Der war aber ziemlich teuer: Die Kilowattstunde kostete rund einen Euro. Jetzt sind es rund 70 Cent. Zumindest für die kommenden zehn Jahre – dann soll die Anlage abbezahlt sein und nahezu kostenlos Strom liefern. Lediglich Wartungs- und Reparaturkosten sind dann noch zu zahlen. Keine schlechte Aussicht: Die Initiatoren schätzen, dass das Kraftwerk insgesamt 20 bis 25 Jahre lang Strom liefern wird.

Eine Kilowattstunde pro EinwohnerDie beiden jetzt geplanten Anlagen sind für die Siedlung Djoliba, südlich der Hauptstadt Bamako, und eine Nachbargemeinde bestimmt. Sie haben eine Spitzenleistung von jeweils fast 37 Kilowatt. Allerdings wird es die Sonne - trotz der Installation von Lithium-Ionen-Pufferbatterien, die bis zu 240 Kilowattstunden speichern können - allein es nicht schaffen. Für den Spitzenbedarf bleiben Dieselgeneratoren im Standby-Modus. Die Solarkraftwerke werden, wenn die Finanzierung gelingt, von Deutschland aus fernüberwacht. Speziell geschulte Mitarbeiter vor Ort übernehmen Wartung und Reparaturen.

Sollte nicht die gesamte Summe zusammenkommen bauen die Eschborner nur ein Solarkraftwerk. Dann müssen die Dieselgeneratoren weiterhin einen Teil der Produktion übernehmen. Sollte das Projekt wie geplant komplett realisiert werden reduzieren sich die CO2-Emissionen pro Jahr allerdings um rund 100 Tonnen. Versorgt werden rund 8000 Menschen. Große Energiesprünge können sie allerdings nicht machen. Pro Tag steht für jeden kaum eine Kilowattstunde zur Verfügung. In Deutschland liegt der Pro-Kopf-Verbrauch etwa beim Dreifachen.

„Allein in Mali sind über 12.000 Dörfer komplett ohne Strom“, sagt Africa-Green-Tec-Gründer Torsten Schreiber. Es bleibt also eine Menge zu tun. Risikolos ist das für die Investoren natürlich nicht. Darauf macht die Crowdfunding-Plattform bettervest, auf der die Einsammelaktion läuft, ausdrücklich aufmerksam.

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