Mobilität: 5 Gründe, warum Sie mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren sollten

Mobilität: 5 Gründe, warum Sie mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren sollten

von Tobias Finger

Etwa zwei Millionen Deutsche radeln täglich zur Arbeit. Es sollten viel mehr sein!

Mit dem Auto zur Arbeit? Das bedeutet Stress, Umweltverschmutzung, Zeitverschwendung, Kosten und vieles mehr. Etwa zwei Millionen Deutsche radeln deshalb täglich zur Arbeit. Hier sind fünf Gründe, warum es viel mehr sein sollten:

1. Radler sind besser in Form

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Zuerst der womöglich logischste und simpelste Grund: Radfahren ist ein effektives Workout, nicht nur für die Beinmuskulatur. Außerdem regt es den Kreislauf an. Leider steht diesem Vorteil in modernen Städten die Abgasverschmutzung der Umgebungsluft entgegen. Nichtsdestotrotz hat ein tägliches Training noch andere positive Nebeneffekte, wie der nächste Grund zeigt.

2. Radler sind ausgeglichener und weniger gestresst

Für eine Studie des Calming Technology Lab an der Stanford University haben Forscher 1000 Pendler, darunter Radfahrer und Autonutzer, mit tragbaren Spire Atem-Monitoren zur Kontrolle von Atmung und Herzfrequenz ausgestattet.

Die Ergebnisse zeigen recht deutlich, wie positiv sich das Fahrradfahren auf die Gesundheit auswirkt: Nicht nur während des Wegs zur Arbeit waren die Radfahrer weniger gestresst. Auch im Tagesverlauf zeichneten die Monitore für sie deutliche Entspannungswerte auf.

„Es ist besonders interessant zu sehen, dass viele Menschen nach einem langen Arbeitstag nicht wirklich gut in den zu-Hause-Modus übergehen", sagt Neema Moraveji, Leiter des Calming Technology Lab. So erscheint es den Radfahrern im Vergleich zu den Autofahrern einfacherer, nach der Arbeit abzuschalten.

Das Fazit von Moraveji: "Wer mit dem Fahrrad fährt, schaltet durch die physische Anstrengung und körperliche Betätigung in einen ruhigeren und fokussierteren Gemütszustand. Neben den positiven Effekten für den Köper sehen wir auch großen psychologischen und emotionalen Nutzen.“

3. Radler schützen die Umwelt

Der Umweltschutz ist die Triebfeder für viele Rad-Förderprogramme. In ganz Deutschland werden in regelmäßigen Abständen Feinstaub-Grenzwerte überschritten, was gesundheitliche Folgen für die Bevölkerung haben kann. Kardiologen konnten beispielsweise Verengungen der Halsschlagader durch erhöhte Feinstaubbelastung feststellen. Damit einher geht ein höheres Schlaganfall-Risiko.

Das Fahrrad bietet eine umweltfreundliche und schadstofffreie Alternative zum Automobil. Neben einer Eindämmung der globalen Erwärmung würden auch lokale Schadstoff-Grenzwerte nicht mehr oder zumindest nicht mehr so häufig überschritten, was den europäischen Kommunen Strafzahlungen erspart. Profitieren würden alle: Stadt, Bewohner und Umwelt.

4. Radler sind schneller

Das Leben in modernen Metropolen ist hektisch, schnell. Der Verkehr in den Städten wird dadurch aber immer langsamer. In der am meisten vom Verkehr belasteten europäischen Hauptstadt London fahren Autos im Schnitt gerade mal 19 km/h. Zu Rushhour-Zeiten, also wenn die meisten Arbeitnehmer in die Büros oder nach Hause pendeln, liegt die durchschnittliche Fahrgeschwindigkeit für Autofahrer bei etwa zwölf km/h.

Mit dem Fahrrad kann man Stop-and-Go oder Stau-Situationen häufig umgehen, der Weg zum Arbeitsplatz und zurück fällt entsprechend kürzer (und stressfreier) aus.

In internationalen Metropolen vergrößert sich der Vorteil des Radfahrens noch einmal. So sind Autos in Peking mit durchschnittlich zwölf km/h unterwegs und während der Rush Hour noch langsamer. Ob man in Peking aber ohne Gasmaske freiwillig aufs Rad steigt?

5. Radler sparen sich und der Gesellschaft Geld

Autofahren ist teuer. Punkt. Aber nicht nur der Autofahrer selbst, sondern auch die Gesellschaft bezahlt für jeden im Auto gefahrenen Kilometer. Das zeigt eine neue Studie australischer und dänischer Forscher, die sich mit Kosten-Nutzen-Analysen für Infrastrukturprojekte in Kopenhagen beschäftigt.

Dafür werden Faktoren wie Luftverschmutzung, Klimawandel, Reiserouten, Lärm, Straßenabnutzung, Gesundheit und Verkehrsbelastung berücksichtigt.

Die Forscher kommen zu dem Schluss, dass jeder Auto-Kilometer Gesellschaft und Individuum zusammen 50 Cent kostet. Pro Fahrrad-Kilometer werden lediglich 8 Cent fällig, was das Auto mehr als sechsmal teurer macht.

Rechnet man die individuellen Kosten heraus, bleiben für jeden Auto-Kilometer noch Kosten von 15 Cent. An jedem mit dem Fahrrad gefahrenen Kilometer verdient die Allgemeinheit hingegen 16 Cent. Unter anderem kurbeln Fahrradfahrer und gute Radwege den Umsatz im lokalen Handel an, außerdem sinken Gesundheitsausgaben.

„Die Kosten-Nutzen-Analyse in Kopenhagen zeigt, dass Investitionen in Fahrrad-Infrastruktur und Fahrrad-freundliche Gesetzgebung wirtschaftlich nachhaltig sind und hohe Erträge versprechen“, fasst Stefan Gössling, Autor der Studie zusammen.

Für deutsche Stadtplaner sollte die Studie zur Pflichtlektüre werden.

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