Mobilität: Australischer Elektrobus schafft 1000 Kilometer ohne Aufladen

Mobilität: Australischer Elektrobus schafft 1000 Kilometer ohne Aufladen

von Angela Schmid

Ein australisches Unternehmen will die bisherige Reichweite von Elektrobussen deutlich übertroffen haben.

Satte 1000 Kilometer mit einem Elektrobus fahren? Bisher schien das unmöglich. Die australische Firma Brighsun präsentiert jetzt vier Elektrobus-Prototypen, die diese Strecke mit nur einer Stromladung zurücklegen können. So soll der Bus problemlos die Strecke von Melbourne nach Sydney schaffen, sagen die Entwickler.

Möglich machen dies leistungsstarke Lithium-Ionen-Akkus, ein eigens entwickelter Elektromotor, ein spezielles Batteriemanagemement und ein regeneratives Bremssystem. Genaue technische Details sind nicht bekannt. Das Unternehmen hofft, mit seinem System einen Exportschlager für Australien entwickelt zu haben, der den Verkehr weltweit umkrempeln wird. Mehrere Produktionsstandorte in Australien seien bereits in Planung.

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Die Teslas unter den Bussen hießen bislang andersEinziges Manko: Den Beweis für seine Ausdauer muss der australische Elektrobus noch erbringen. Bisher galt der neueste Bus des amerikanischen Elektrobus-Herstellers Proterra mit einer Reichweite von 415 Kilometer als der Tesla unter den Elektrobussen. Proterra ist der Pionier, wenn es darum geht, die Entwicklungen umweltschonender Elektro-Busse voranzutreiben. Das hat einen guten Grund: Unternehmens-Chef Ryan Popple war zuvor Entwickler bei Tesla. Die bisherige Rekordstrecke, die ein Elektrobus ohne aufzuladen zurückgelegt hat, hält allerdings der chinesische Hersteller BYD mit 320 Kilometer.

Auch Deutschland setzt Elektrobusse ein. Düsseldorf, Bremen, Frankfurt – in vielen großen Städten starten die Verkehrsbetriebe die ersten Versuche mit Elektrobussen. Rund 20 Projekte mit etwa 50 Fahrzeugen gibt es zurzeit.

Deutschlands Fahrzeugbauer fahren bei Batteriebus hinterherGroße Player wie Daimler, MAN oder auch Volvo fahren der Entwicklung allerdings noch hinterher. Jahrelang haben die Branchenriesen auf Hybridantriebe, Gasmotoren und Brennstoffzellen gesetzt. Rein batteriebetriebene Busse haben sie noch kaum im Angebot. Chinesische Hersteller hingegen haben sich schon vor Jahren auf Elektrobusse konzentriert. Zu ihnen zählt das Unternehmen BYD, zu dessen Investoren auch Warren Buffett zählt.

Busbetreiber können mit Elektrobussen dank niedriger Betriebskosten zwar viel Geld sparen – allerdings sind die Anschaffungskosten um ein Vielfaches höher als beim herkömmlichen Antrieb. Hinzu kommen Kosten für Ladesäulen im Bereich von einer halben Million Euro. Wirtschaftlich sind die Busse mit Batterieantreib daher noch nicht – umweltschonend aber schon.

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