Mobilität: Drei innovative Konzepte für Fahrradwege

Mobilität: Drei innovative Konzepte für Fahrradwege

von Felix Ehrenfried

Zwei niederländische Architekten haben auf der ganzen Welt nach den spannendsten Konzepten für Fahrradwege gesucht. Wir zeigen die Ergebnisse.

Radfahren wird immer beliebter. Und die Städte reagieren darauf: Erst jüngst verkündete Boris Johnson, Bürgermeister von London, in den nächsten Jahren rund eine Milliarde Euro für Fahrradfahrer ausgeben zu wollen. Mit dem Geld will die Stadt unter anderen Schnellwege für Radfahrer einrichten.

Doch wie machen Planer eine Stadt für Fahrradfahrer überhaupt attraktiv? Wie bewegt man mehr Bürger zum Umstieg auf das Zweirad?

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Das haben sich die zwei niederländischen Architekten Stefan Bendiks und Aglaée Degros auch gefragt und sind durch die Welt gereist auf der Suche nach Konzepten, die das Radeln schöner und sicherer machen. Bendiks und Degros sind Inhaber von Artgineering, einem Kunstkollektiv, das sich mit Stadträumen und Infrastruktur befasst.

Die Ergebnisse ihrer Suche haben die zwei Künstler jetzt in einem Buch unter dem Titel Fietsinfrastructuur / Cycle Infrastructure zusammengetragen. Dabei sind die Konzepte zum Teil noch in Planung, zum Teil schon realisiert. Einige stammen aber auch aus schon vergangenen Jahrzehnten.

WiWo Green stellt die drei spannendsten Ideen aus dem Buch vor.

1. Der kalifornische Fahrrad-HighwayFür dieses Konzept mussten die beiden Buchautoren ein wenig in der kalifornischen Geschichte graben. Im amerikanischen Sonnenstaat hatte vor etwas mehr als einem Jahrhundert der Geschäftsmann und Bürgermeister Horace Dobbins einen bahnbrechenden Plan: Er wollte einen Fahrradweg bauen, der von Pasadena bis nach Los Angeles reicht. 14 Kilometer Radelvergnügen - und das über dem Erdboden. Dobbins' Plan war es nämlich, eine Art Fahrradhochweg auf Stelzen zu bauen.

Ursprünglich sollte das Projekt über Mautgebühren finanziert werden. Leider wurden lediglich zwei Kilometer des Radlhochwegs fertiggestellt (siehe Aufmacherbild). Entlang der Strecke sollte es Fahrradwerkstätten, Fahrradverleihe und Parkplätze für die Drahtesel.

Dann kam der Aufschwung des Automobils und die Idee für den Fahrradhighway war dahin. Stattdessen kam ein Highway für Autos - zwischen Pasadena und Los Angeles.

2. Der Fahrradweg zum in die Erde drückenWarum einen Fahrradweg nicht auch mal verstecken? Genau das geht mit dem Weg, den sich Artgineering ausgedacht hat. Der Weg besteht aus einem U-förmigen Stahlprofil , das sich einfach in den Untergrund drücken lässt. Der Boden des Weges ist damit etwas unterhalb des normalen Untergrunds, zu beiden Seiten wird der Weg mit den Kanten des Stahlprofils geschützt. Dadurch fahren die Radler etwas "unterhalb der Erdoberfläche".

So lassen sich Fahrradwege beispielsweise in Felder setzten, ohne das sie von der Weite erkennbar sind, den Landschaftseindruck also nicht verändern.

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3. Der Hovenring in EindhovenWie tut die Stadtverwaltung Fahrradfahrern etwas Gutes, wenn Verkehrsstaus die Stadt lahm legen? Sie baut ihnen einen Fahrradweg direkt überhalb des normalen Verkehrsgeschehens - also eine Art Dobbins-Highway für die Stadt. Im niederländischen Eindhoven setzten die Stadtplaner einem verkehrsreichen Kreisverkehr einen Ring auf, der nun von Radlern genutzt wird.

Das sieht nicht nur gut aus, sondern bringt vor allem einen enormen Vorteil für die Radler mit sich: Sie sind auf ihrer Extraebene vor Autos geschützt, die Wahrscheinlichkeit eines gefährlichen Crash sinkt enorm. Hier noch ein Video des Fahrradrings:

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