Mobilität: E-Bike soll künftig mit Google-Brille steuerbar sein

Mobilität: E-Bike soll künftig mit Google-Brille steuerbar sein

von Pascal Moser

E-Bikes werden zum High-Tech-Produkt: Der Schweizer Hersteller Stromer hat ein internetfähiges Fahrrad vorgestellt - doch die Entwicklung soll noch weiter gehen.

Immer mehr Menschen tauschen ihren herkömmlichen Drahtesel mit einem Elektrobike. Dabei sind die Stromer mittlerweile nicht mehr nur ein Fahrrad mit E-Motor, sondern sind auch zunehmend vernetzt. So auch das ST2 der Schweizer Firma Stromer, das über mehrere Sender mit dem Internet verbunden ist.

Mittels GPS oder GPRS kann der Besitzer sein Fahrrad über eine Smartphone-App oder den Internetbrowser orten. Das soll vor allem bei einem Diebstahl helfen. Die Technik erlaubt auch, die Räder des E-Bike aus der Ferne zu blockieren.

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Der Stromer ST2 kann auch dank einer eingebauten Sicherung ungebetene Benutzer gar nicht losfahren lassen und und mit Lichtsignalen verjagen. Im Onlineportal des Unternehmens werden weitere Services runden um die Wartung und die Analyse des Nutzungsverhaltens geboten.

Auch das Smartphone profitiert von der Verbindung zum E-Bike. Es lässt sich nämlich über ein USB-Kabel während der Fahrt aufladen. Die technischen Features des Fahrrades wurden in vierjähriger Arbeit mit Technologiepartnern wie Google, Samsung und Tesla entwickelt.

Abschließen per SmartphoneDie Verbindung aus realem Fahrspaß und virtuellen Daten könnte die Zukunft von E-Bikes sein. Bereits vor einigen Wochen hat auf dem Autosalon in Genf ein chinesischer Autohersteller sein vernetztes Elektrofahrrad vorgestellt.

Diesen Trend wollen die Schweizer aber noch auf die Spitze treiben: Stromer testet gegenwärtig zusammen mit Google Möglichkeiten, wie sich das E-Bike auch mit der Google-Brille bedienen und steuern lassen könnte. Ob das wirklich zur Sicherheit im Straßenverkehr beiträgt, sei einmal dahingestellt.

Auch bei den herkömmlichen Features kann sich das ST2 sehen lassen: Der Akku befindet sich im Fahrradrahmen und kann 814 Wattstunden Strom speichern. Dies soll einen mittleren Motoreinsatz auf einer Strecke von 150 Kilometer erlauben. Der Ladevorgang lässt sich über das Smartphone bequem aus der Ferne kontrollieren.

Der 500-Watt starke Motor im Hinterrad erlaubt eine Geschwindigkeit von bis zu 45 Stundenkilometer. Wobei sich die Unterstützung in drei Stufen regulieren lässt. Dies ist auch durchaus nötig, da das Fahrrad mit 28 Kilogramm ziemlich schwer ist. Doch beim Bremsen kann sich der Akku während längerer Abfahrten wieder aufladen.

Das leistungsstärkste ElektrofahrradEinziger Wermutstropfen: Der Stromer ST2 kostet satte 5690 Euro. Dennoch sind laut Unternehmen bereits über 1000 Stück vorbestellt. Das High-Tech-Fahrrad wird zunächst in der Schweiz, Deutschland, Österreich und den Benelux-Staaten von 45 Händlern verkauft.

Ab Sommer ist es auch in Skandinavien und den USA erhältlich. Dabei sollen auch Filmstar Leonardo DiCaprio und der Segler Ernesto Bertarelli von Alinghi für die gesunde Fortbewegung mit dem Stromer ST2 werben.

Der Erfinder des Stromers, Thomas Binggeli, hat bereits 2006 angefangen seine eigene Fahrradmarke „Thömus“ (von Thomas) aufzubauen. Angetrieben von der Idee das Fahrradfahren attraktiver zu machen, entwickelte er 2009 mit dem Stromer ein innovatives E-Bike. Technische Probleme blieben seiner kleinen Fahrradschmiede aber nicht erspart: Derzeit ruft Stromer weltweit Fahrräder wegen fehlerhafter Karbongabeln zurück.

2011 wurde das Startup dann von der Premium Bikemarke BMC übernommen. Der leistungsstarke Stromer wird in einem Vorort der Schweizer Hauptstadt Bern und in Riedstadt in Hessen produziert.

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