Mobilität: Ein Startup baut E-Bikes mit Coolnessfaktor

Mobilität: Ein Startup baut E-Bikes mit Coolnessfaktor

von Felix Ehrenfried

Weg vom Rentnerimage: Ein Heidelberger Startup baut E-Bikes mit minimalistischem Design und einem neuartigen Antriebskonzept.

„Auf dem COBOC fühlt man sich wie ein Superheld“, sagt David Horsch wenn er von seiner Entwicklung, einem Fahrrad mit Elektromotor, spricht. Gemeinsam mit seinem Freund Pius Warken tüftelte Horsch mehrere Jahre, um ein Fahrrad mit Trittunterstützung durch Motorkraft, ein sogenanntes Pedelec, zu entwickeln. So weit, so unspektakulär - bietet doch mittlerweile jeder Baumarkt um die Ecke ein Fahrrad mit solch einem Antriebskonzept an.

Jedoch geht der Elektro-Komfort bisher auf Kosten des Aussehens: Häufig verschandelt den Gepäckträger oder Rahmen des Fahrrads ein riesiger Akkublock. Und auch sonst sehen die Fahrräder nicht danach aus, als könnten sie einen Designpreis gewinnen. Die meisten Pedelecs kommen eher daher wie Rentnergefährte.

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Genau hier setzen Horsch und Warken, die sich beim Physikstudium in Heidelberg kennen gelernt haben, mit ihrem neuen E-Fahrrad, dem sie den kryptischen Namen COBOC gaben, an. Das Fahrrad sieht aus wie ein gewöhnliches, sehr schlicht gehaltenes Rennrad. Lediglich eine kleine Reihe an Dioden, die auf der Oberseite des Oberrohres angebracht ist, lässt vermuten, dass es sich bei dem Gefährt um kein klassisches Fahrrad, sondern eben ein Pedelec handelt.

„Die meisten Elektrobikes sehen entweder gut aus, aber haben kein sonderlich gutes Antriebskonzept, oder eben anderes herum“, erklärt Horsch. Diesem Dilemma zwischen Aussehen und Funktionalität wollen die zwei Physiker mit Berufserfahrungen als Fahrradkuriere, mit ihrem COBOC ein Ende setzen.

Mensch und Maschine sollen eins werdenDabei legten sie neben dem schlichten und funktionalen Design Wert auf ein ausgeklügeltes Antriebssystem. So soll der neu entwickelte Lithium-Ionen Akku in Kombination mit einem Elektromotor an der Nabe des Hinterrades für ein möglichst authentisches und angenehmes Fahrgefühl sorgen, das „Siebenmeilenstiefelgefühl sozusagen“, wie Horsch erzählt. Damit wollen die zwei Physiker „die Schnittstelle zwischen Mensch und Maschine optimieren“, wie es beim Unternehmens heißt. Das ist für die beiden Unternehmensgründer der zentrale Punkt, der eCycling, also Fahrradfahren mit Motorunterstützung, ausmacht.

Neben dem puristischen Design und dem Antriebskonzept ist auch das Gewicht ein Merkmal, was das COBOC von anderen E-Bikes unterscheidet. Mit nur 13,7 Kilogramm liegt das Fahrrad deutlich unter dem Gewicht anderer Pedelecs, die locker einmal 20 Kilogramm auf die Waage bringen können.

Bisher stellen die beiden Entwickler ihre Fahrräder nur als Prototypen unter dem Dach der eigens dafür gegründeten Horsch & Warken GbR her. Jedoch hat das Konzept bisher in der Szene schon für einigen Aufruhr geführt, sodass ein Ausbau der Produktion durchaus möglich scheint. Für das Konzept des COBOC gewannen Horsch und Warken im November vergangenen Jahres den Bundespreis Ecodesign, der Produkte für ihren Nutzen für Mensch, aber auch Umwelt, auszeichnet. Auch den Innovationsgutschein des Landes Baden-Württemberg im Bereich High-Tech konnten die zwei dank ihres COBOCS mit nach Hause nehmen.

Auch nachrüsten geht - für weniger GeldTrotz dieses Erfolgs schon am Anfang der Unternehmensgeschichte soll das COBOC kein Produkt für den Massenmarkt werden. „Das COBOC wird sicherlich immer ein Premiumprodukt sein, da es zum einen spezielle Wünsche erfüllt, zum anderen auch nicht ganz billig ist“, erklärt Horsch. So wollen die zwei Physiker ihr Pedelec erstmals im August auf der Fahrradmesse Eurobike in Friedrichshafen ausstellen, pünktlich zum Saisonstart im Frühjahr 2014 soll dann die erste Kleinserie des Flitzers ausgeliefert werden.

Der Preis soll bei rund 4000 Euro liegen. „Dafür bieten wir aber auch ein Fahrzeug an, das im Stadtverkehr an Geschwindigkeit und Wendigkeit schwer zu übertreffen ist“, sagt Horsch.

Wem das Ganze dennoch zu teuer ist, kann auf eine Alternative von drei IT-Spezialisten aus Berlin zurück greifen. Diese bieten in ihrem Onlineshop Nachrüstsets an, um aus gewöhnlichen Fahrrädern echte Pedelecs zu machen. Die Preise für solch eine Alternative gehen bei dem Onlineshop www.bikenest.de schon bei bei rund 1000 Euro los.

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